Peaches – Fatherfucker (2003)

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Real wild child

Wie schreibt man über eine Platte, die einem gleich zu Beginn mit knapp 20 gebrüllten Fucks und fast ebensovielen Shits überrascht? Was sagt man über Musikvideos mit sich bis aufs Messer bekriegenden Frauen? Wie stellt man die Künstlerin vor, die sich auf Konzerten gern mal einen rosa Gummidildo umschnallt? Und wie vor allem macht man jemandem, der noch nie etwas von Peaches gehört, gesehen oder gelesen hat, begreiflich, daß die neue CD „Fatherfucker“ verdammt nochmal geil ist?

Man kann beispielsweise auf die lange Reihe von Peaches-Fans verweisen, die seit ihrer Debüt-EP „Lovertits“ aus dem Jahr 2000 ständig anwächst: Iggy Pop, Beck, Björk, Queens Of The Stone Age und The White Stripes finden sie toll. Karl Lagerfeld hat sie fotografiert. Sogar die FAZ lobte das neue Album. Nun ja. Oder man versucht die Musik zu beschreiben, die sich angeblich irgendwo hinter Schlagworten wie Elektro-Punk oder Porno-HipHop versteckt. Peaches jedenfalls macht genau eins: ihr eigenes Ding. Selbstbewußt, stark und sexy, wenn auch vielleicht auf Dauer etwas zu viel von allem. Egal.

Peaches, eigentlich Merrill Nisker, stammt aus Toronto, machte schon dort Musik und kam über ihren früheren Bandkollegen Gonzales erst nach Berlin und dann zum Label Kitty-Yo. Schon der erste Longplayer „Teaches of Peaches“ brachte diesen schnellen, schmutzigen, lauten Punk, aufgepeppt mit simplen Computerbeats, die explizit an die Achtziger erinnern. Kurze aber heftige Songs wie der Opener „I don’t give a…“ gehen sofort in die Beine. Und dazwischen. Damit sind auch die Texte gemeint, die sich um Sex und nichts anderes drehen. Schon der Albumtitel dreht das alte „Motherfucker“ einfach um: Warum müssen immer die Mütter dran glauben? Und auch „Shake yer dix“ geht in die gleiche, die richtige Richtung: Warum wackeln eigentlich immer nur die Frauen mit ihren Brüsten?“ (http://www.plattentests.de/rezi.php?show=1751)

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