DUO505 – Walzer Oder Nicht (2011)

Das mittlerweile dritte Album von B. Fleischmann und Herbert Weixelbaum, in welchem die beiden wieder die Wärme aus Maschinensound, Chips und Bytes sowie manch analogem Spielzeug kitzeln. Schicht und Schicht verschachteln die beiden einzelne Geräusche zu einer harmonisch, warmen Struktur. Auf Gesang wartet man vergeblich, aber nimmt man sich die Zeit, diesen Lo-Fi-Pop in Ruhe auf sich wirken zu lassen, gibt es ein schönes, entspanntes und entspannendes Kopfkino. 

Julee Cruise – The Voice Of Love (1993)

Fast 25 Jahre ist es her, dass Julee Cruise ihr zweites Album herausgebrachte. Und es könnte bald wieder sehr aktuell werden. Die Vögel zwitschern es bereits aus den digitalen Netzen: Twin Peaks geht nach 25 Jahren in die „Verlängerung“. Da Julee Cruise für die Serie und den Film seinerzeit einen Teil der Musik lieferte und selbst auf der Leinwand zu sehen war, könnte es sein, dass sie für die neuen Folgen nochmal angeheuert wurde. Zu passend war ihr Dreampop, der aber auch außerhalb des Universums von David Lynch sehr gut funktioniert. Zwar ist The Voice Of Love ein Album, welches nicht ausschließlich Stücke aus den Arbeiten mit David Lynch enthält, aber einige Songs dürfte man wiederkennen…

Wege der Hochschulöffnung: Berufs- und Kompetenzorientierung

Die TU Kaiserslautern lädt am 20.-21.6.17 zur Fachtagung „Berufsorientierung“ und  Abschlusstagung des Verbundprojekts 
„Offene Kompetenzregion Westpfalz“ ein. Interessierte erhalten hier die Möglichkeit,  sich einen Überblick über einen Teil der Ergebnisse der Projektarbeit von OKWest der letzten sechs Jahre zu verschaffen. Weiterer Schwerpunkt wird das Thema Berufsorientierung im Zuge der Hochschulöffnung sein. 

Ich darf auf zwei Slots einen Beitrag leisten und werde von den Ergebnissen meiner Suche nach Motiven potentieller nicht-traditioneller Studierender, KEIN Studium aufzunehmen und über die Kriterien kompetenzorientierter didaktischer Ansätze berichten.

Das Programm gibt es hier: https://www.disc.uni-kl.de/fachtagung2017/programm/

 

Johnny Cash – American IV: The Man Comes Around (2002)

Ein ziemlicher  Brocken, den Cash hier in seinen letzten Schaffensjahren der Welt geschenkt hat. Dunkel, schwer, alt aber auch erhaben, würdig, klar. Es war eins der ersten von bislang wenigen Alben, die mich von Johnny Cash beeindruckte. Irgendwie ist es ein Fazit eines Mannes, der viel erlebt hat und seinen Ego keinem beweisen muss. Warum auch? Er hatte genauso viele Chart Hits wie Beach Boys oder die Stones und 38 Jahre in Folge mind. zwei Singles in den Country Charts vertreten (Quelle). 

Und zugleich eine Hommage an Songs und/oder Bands, die ihn wohl beeindruckten. Seine Interpretationen von Depeche Mode, Simon & Garfunkel, Sting,  Nine Inch Nails u.a. sind es an sich schon wert, sich die CD etwas genauer anzuhören. Vielleicht ist es auch eine Hommage vieler Künstler an Chash, die sich auf dem Album die Klinke in die Hand geben, um mit ihm einen Song aufzunehmen (z.B. John Frusciante, Nick Cave, Fiona Apple uvm.). 

Beschäftigte sich Solitary Man noch mit dem Ende, dem Tod, geht Johnny Cash hier weiter und beschreibt die Erlösung, das Leben. 

Ein starkes Stück!

Drome – The Final Corporate Colonization Of The Unconscious (1993)

Wow. 23 Jahre alte Scheibe. Und gefühlt nicht veraltet! Mit Drome dekliniert Burnt Friedmann die Spielarten des Downtempo auf  durch und geht dabei natürlich seine eigenen Wege. Damit verbunden: 2 Effekte. 1. Es klingt wieder sehr eigen, sehr durchdacht und handwerklich ausgezeichnet. 2. Es ist, wie die meisten Sachen von Friedmann, deutlich unterschätzt und auch unbekannt geblieben. Elektronische Kombinationen von Dub, Reggae, Hip-Hop, House und Jazz, Musique Concrète und Technoversatzstücken. Schöne Titel wie „Hinterland, Kassler Kessel“ „Hoax! What did you got?“ oder „Nuzzling“ machen schon neugierig, was da wohl zusammenkombiniert wurde und die Stimmensamples, die ich schon bei Some More Crime verehre, werden auch hier atmosphärisch, fast beiläufig eingesetzt und bieten eine gute Schanze, eigene Geschichten aus den losen Sätzen zu ersinnen. 

Ich sollte mal schauen, was Burnt Friedmann aktuell so treibt (leider ist Jaki Liebezeit, mit dem er manch gutes Album erspielte, ja jüngst verstorben 🙁 )

 

 

Kapelle Petra – The Underforgotten Table (2016)

Ich mein, es ist schon was Besonderes, neben dem üblichen Klangkörper auch eine Bühnenskulptur offiziell als Bandmitglied zu führen. Oder besser andersrum: Ein Bandmitglied als Bühnenskulptur. Aber „Gazelle“ ist ein wichtiger Teil von Kapelle Petra, den „Ja-Sagern“ aus Hamm. Mit diesem Album machen sie sich auf, die Welt aus ihrer Perspektive zu durchdrucken, aufzumischen und vielleicht ein bisschen zu verbessern. Begeisterten mich früher ihre Spaßnummern wie „Curly Sue“ oder „Gewitter“, sind es auf The Underforgotten Table durchaus Songs, die sich z.T. kritischer und tiefer mit den Phänomenen unserer Zeit auseinandersetzen. Dennoch behält Kapelle Petra das Markenzeichen bei, ihre Anmerkungen zum Leben im Allgemeinen und Besonderen mit einem Augenzwinkern, mit Ironie und Selbstkritik vorzutragen. Und so machen sie auf diesem Album nicht nur wieder Spaß, sondern haben auch was zu sagen. Eine Kombination, der man doch ganz gut zuhören kann…

SCSI-9 – Metamorphosis (2012)

Die beiden russischen Produzenten haben ein Händchen (oder Öhrchen?) für die Feinheiten und Nuancen der Töne und Melodien, die so ziemlich in jeder Lebenslage funktionieren. Träumen auf dem Sofa, Kilometerschrubben auf der Autobahn, Blick aufs Lagerfeuer oder der letzte Tanz, bevor der Club schließt: irgendwie scheint es immer zu passen. Minimal, rhythmisch, klar… Mal sehen, wann diese Musik morgens bei Deutschlandfunk Kultur im Hintergrund zu hören ist. Ein „must hear“ 

Cinerama – Disco Volante (2000)

Reinhören

Was tun, wenn sich eine Band wegen eines Beziehungskrachs auflöst, aber Musik das Lebenselexier der Musiker bedeutet? Nun, einfach unter neuem Namen weitermachen und davon singen, wie schlimm alles ist. Nach dem Zusammenbruch von The Wedding Present singt sich David Gedge mit Cinerama durch zahlreiche Hommagen an eine (echte?) Freundin. Zwar fehlen auch diesem – wie wohl fast allen Alben von Gedge – die Nr. 1 Hits, aber seine Songs schaffen sich auf ihre eigene Weise Zutritt.  Sie gefallen, treiben an, geben Mut, aber sie zerfallen auch mit dem Ende des Albums. Übrig bleibt ein schönes Gefühl und das Unwissen, was man da eigentlich gerade gehört an. Also: Nochmal hören. Einfach zeitloser und wunderschöner Pop. 

 

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