Knorkator – Hasenchartbreaker (1999)


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Erschreckend waren sie für mich immer: Die Plattencover von Knorkator. Allein sie waren ein Grund, um die Band einen großen Bogen zu machen. Aber wie heißt es so schön: Beurteile eine Platte nicht nach ihrer Hülle. Und so brauchte ich viele Jahre, bis ich wieder mal über Knorkator stolperte und sie mir ein dickes Lachen während der Autofahrt ins Gesicht zauberten. Zugegen, es waren nicht die „Hasenchartbracker“, sondern „Das nächste Album aller Zeiten“, aber das Interesse war geweckt.

Hasenchartbreaker zeigt sich musikalisch abwechslungsreich, wobei hier vor allem die Extrempole Hardcore und Opernpop (?) bespielt werden. An der Musik lässt sich relativ leicht auch die Themenlage der Texte ausmachen. Wenn seichte Töne angeschlagen werden, möchte der Text thematisch „krassere“ Dinge beschreiben, dröhnt Hardcore aus den Boxen (und hier können sich die mit der Band befreundeten Ramstein noch eine Scheibe abschneiden), werden „sanfte“ Inhalte besungen. Schon beim Opener „Hardcore“, man kann es erraten, wird zu seichtem Piano und hoher und klarer Falsettstimme das Erlebnis eines Hardcorekonzerts zum Besten gegeben. (Witzigerweise wird tatsächlich Knorkator bei Wikipedia in einem Beitrag zum Thema Falsett aufgeführt). Härter, aber für mich deutlich lustiger, ist der nachfolgende Song „Buchstabe“, der das Erfinden eines neuen Buchstabens durch einen Philologen, der jahrzehntelang dazu geforscht hat und nun die Vorteile des Buchstabens deklariert. Leider unbeschreiblich (aber im Video nach dem Beitrag nochmal nachzuhören)! Man muss sich für das Album und insbesondere für die Texte Zeit nehmen. Auch wenn Knorkator immer wieder zu eindeutigen Worten greifen, die sonst nichts in Liedtexten zu suchen haben und es ihnen sogar gelingt, ein Lied einfach mal nur zu schreien, finde ich, dass die von mir unterschätzte Stärke der Band gerade in der Lyrik (darf man das hier sagen?) liegt. Mit dem Album unterstreichen Knorkator einmal mehr, dass sie „die meiste Band der Welt“ sind!

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