Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!

Manche Forschungsergebnisse werden aufgrund eines markanten Satzes gern publiziert. So findet sich unter o.g. Überschrift in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften wie der Zeit, dem Spiegel, dem Hamburger Abendblatt oder dem Tagesspiegel jüngst ein Abdruck der Ergebnisse einer Studie, die sich damit beschäftige, welche Rolle Vornamen von Schülern zum Schubladendenken von Lehrern und damit in gewisser Weise auch zu deren Leistungsbeurteilung führen. Die Untersuchung führten die Oldenburger Erziehungswissenschaftler Astrid Kaiser und Julia Kube durch, in welcher 2000 Grundschullehrer anonym befragt worden sind.

Freundlich, verhaltensunauffälliger und leistungsintensiver sind demnach vor allem Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob. Demgegenüber sind Chantal, Mandy, Angelina, Kevin, Justin oder Maurice eher die verhaltensauffälligen und leistungsschwächeren Schüler, wobei Kevin besonders aus der Rolle fällt.  (http://www.kinderforschung.uni-oldenburg.de/36968.html)

3 Gedanken zu „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“

  1. Huhu Lars,
    hab ich auch im Spiegel gelesen und fühle mich in all meinen Vorurteilen bestätigt! Und das betrifft sowohl die bildungsfernen Eltern, die ihrem Nachwuchs gern RTL2-kompatible Pseudo-Promi-Namen geben (Shania, Shakira, Cindy und Samantha – kann man bei Kurt Krömer nachschauen) und den Kids damit das Leben versauen. Es betrifft aber eben auch die snobby Lehrerschaft, die vermeintliches Bildungsbürgertum repräsentiert und mit eben solchen Vorurteilen an die Notenvergabe geht.
    *lach

    Aber im Ernst: Kevin geht ja nun auch gar nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Gruß, Melli

  2. Tachchen Mebö!
    gut, dass ich weiterhin keinen TV habe 🙂 (wäre ja auch mal interessant, zu schauen, ob es da tatsächlich einen Unterschied in der Wahrnehmung zwischen Lehrern mit und ohne TV gibt…)
    Bei Kevin vermute ich ja, dass da der Stereotyp aus dem Film greift… Deswegen hilft nur, ganz im Sinne von Helge Schneider, seine Kinder Erika zu nennen, zumindest die Jungs 😀

  3. … DAS wäre ne alternative. leider deckt mein alltagserleben die studie teilweise. aber bei uns in der kita heißt das eher genauer hinschauen und unterstützen als abstempeln. und die ganzen johnnys, rockys, joanns und wie auch immer man amerikanische soapnamen noch schreiben kann sind bis dato zum glück arglos – von leben versauen keine spur. im gegenteil – die finden eher namen wie charlotte und henriette „schwierig“ 😉

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