Golden Bug – Hot Robot (2008)

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„Für Powerwackel-Funker, French Elektro-Freunde, New Raver und B-Boys

Die Münchner Gomma-Gang hetzt uns mit Antoine Harispuru aka Golden Bug einen Künstler auf Ohren und Leiber, der elektronischer Funkmusik, japanischen Spielzeugen und dem Skateboardsport gleichermaßen verfallen ist. Zu diesen Vorlieben inspirierte ihn Victor, sein väterlicher Freund und Superroboter aus Osaka; zumindest solches das Infosheet des Labels.

Mit 38 Jahren verlor Mr. Roboto Victor bei einem Skate-Unfall sein Leben, Antoine entschloss sich seinerseits als Spielzeugdesigner und Produzent unter dem Pseudonym Golden Bug seinem toten Freund ein Denkmal zu setzen und legt mit „Hot Robot“ eine interessante Mixtur zwischen 70er und 80er Elektro-Funk und aktuellen Club-Einflüssen vor. Die Vocals hierzu steuerte Lou Valentino bei, ein von den Bermuda-Inseln stammender Hip Hop- Homie des Goldkäfers.

Den Einstieg macht „Midnight Rabbit„, ein verhalltes, Space-Disco-inspiriertes Stück, das einem gleichzeitig den Humor und die Booty-Tauglichkeit der folgenden Songs vor Augen führt. Die durch den Transform-Effektwolf gedrehten Roboterstimmen begegnen uns auf dem gesamten Album in verschiedenen Tonhöhen und Spielarten. Trotzdem nerven sie nicht, vielmehr vervollständigen sie die Drumcomputer- und Sample-orientierten Produktionen.

Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang „LookLookLook„, das ein wenig an Blurs „Girls & Boys“ erinnert, oder „Move The Crowed„, welche seinem Namen überaus gerecht wird. Der aktuelle französische Sound, wie er von Ed Banger oder Kitsune propagiert wird, schillert zwar bei Songs wie „Disco Sensation“ oder „Barbie’s Back“ hervor. Golden Bugs Stil bleibt aber trotzdem individuell, vor allem bei tollen Basslines, die düster vor sich hinwabern, und in Oldschool-Hip Hop-Momenten, wie etwa bei „I Can’t Stop“ oder „Rocket City„. James Murphys DFA-Label würde der Punk-Funk von Tracks wie „Bisco“ imponieren. Die Gomma-Gangster waren schneller.

Antoine Harispuru produzierte sein Album mit Liebe zum Roboter. Nicht nur Powackel-Funker und French Electro-Freunde, sondern auch Breakdancer und New Raver dürften Gefallen daran finden. (Martin Tenschert)“

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