Frank Black – Honeycomb (2005)


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„Frank Black is back! Wieder einmal. Nachdem er vergangenes Jahr mit der Reunion seiner Alternative-Götter-Band Pixies das „Comeback des Jahres“ landete und auf diversen Festivals ganze Heerscharen von Indie-Jüngern verzückte, wandelt er nun mit „Honeycomb“ vorübergehend auf Solopfaden.

Doch im Gegensatz zu den letzten Frank Black-Alben unterstützen dieses Mal nicht die Catholics ihren Herrn und Meister. Vielmehr holte sich Herr Black für „Honeycomb“ eine ganze Armada altgedienter Nashville-Mucker in Dan Penn’s Better Songs & Garden Studio und ließ sie zu elf neuen Eigenkompositionen sowie drei Cover-Versionen den Groove rausholen. „Honeycomb“ wurde in lediglich vier Tagen eingespielt, und das Ganze ist derart smooth, lässig und unrockig ausgefallen, dass man sich schon beim ersten Durchhören nach der sanft schwingenden Verandaschaukel eines viktorianischen Landhauses sehnt.Scheinbar hat Black den „Rock“ nun mehr oder weniger vollständig bei den Pixies gelassen und gedenkt in Zukunft als Solokünstler die ruhigeren Pfade der Gitarrenmusik zu durchforsten. Die Hauptstraße von „Honeycomb“ heißt „Southern Soul“, was wohl so viel bedeuten soll, dass Blacks Musik einerseits sehr viel Soul hat und man andererseits die südliche Herkunft (innerhalb der USA versteht sich, die Welt ist schließlich klein) deutlich heraushören kann. In der Gesamtheit ergibt sich so eine schelmisch vor sich hin köchelnde Mixtur aus Soul, Country, Blues, Folk und weiß ich noch was … ein ziemlich einzigartiges Gebräu in jedem Fall.

Glaubt man Black, hat er niemals zuvor mit so guten Musikern zusammen gearbeitet. Dass diese ihr Handwerk tatsächlich verstehen, hört man jedem einzelnen der 14 Songs an. Immer unaufdringlich und voll auf den Punkt wird da extrem unangestrengt vor sich hin gegroovt. Das Rhythmus-Maschinchen läuft wie am Schnürchen und Frank Black bringt seine hintergründigen, leicht abgedrehten Texte in der ihm eigenen Souveränität zu Gehör, wobei pixieeske Schrei- und Fisteleskapaden tabu sind.

Das Songmaterial, mit dem uns Black auf „Honeycomb“ erfreut, ist durch die Bank solide. Astreine Kompositionen, von denen sich mindestens die Hälfte bereits nach kürzester Zeit hartnäckig im Hirn festsetzt. Beispielhaft seien hier das Sultans Of Swing-artige „Go Find Your Saint“ oder auch „I Burn Today“ genannt, eine liebevolle Hommage an eine Lovestory mit einer geheimnisvoller Vogelversteherin, die im Geschlechtsakt am Fluss endet. Ein weiteres Highlight ist das durch und durch soulige „Dark End Of The Street“, auf dem Black beinahe so schwarz wie Barry White klingt (wenn er es denn wirklich selbst ist, der da singt?). Al Green lässt grüßen – großartige Schnulze!

Neben eben jenem „Dark End Of The Street“ (im Original von Dan Penn & Chips Moman) wurden „Song Of The Shrimp“ und das aus dem Elvis-Filmchen „Girls, Girls, Girls“ geliehene „Sunday Sunny Mill Valley Groove Day“ als Coverversionen ausgewählt. Beide Stücke sind in der neuen Interpretation okay und passen ganz gut in den Gesamtkontext. Wie überhaupt das ganze Album ziemlich rund wirkt – seinem Meister auch hier nachfolgend. Am Ende steht mit „Sing For Joy“ noch mal eine Blacksche Songperle, die einen fast schon automatisch den Repeat-Button drücken lässt.

Bleibt festzustellen, dass Frank Black sich mit der Part Time-Rückkehr zu seinen Kollegen von den Pixies nicht nur finanziell einen Gefallen getan hat – was er übrigens durchaus selbst zugibt – sondern sich dadurch offensichtlich auch künstlerisch noch freier entfalten kann als bisher. Dass dieses ständig latent vorhandene Label des „Ex-Pixies-Chef“ eine Last sein muss, ist nachzuvollziehen. Doch diese Last scheint plötzlich federleicht und das hört man „Honeycomb“ einfach an. Easy Mann!“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/b/black_frank/honeycomb/index.htm)

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