Archiv der Kategorie: Webfunde

„Mind the Gap“

Liebe Leser_innen,

ab heute (1.11.13) tritt eine neue gesetzliche Regelung in Kraft, die vordergründig wohl nur eine (bislang diskriminierte) Minderheit betrifft, aber sicher massive Auswirkungen im alltäglichen Leben nach sich ziehen wird.

Auf Basis eines Gesetzes vom 7.5.13 wird dem Personenstandsgesetz ein Paragraf zugefügt, demnach neben den Geschlechtern „männlich“, „weiblich“ noch das „unbestimmte Geschlecht“ aufgenommen wird. Im Wortlaut des Paragrafen heißt es: „Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen“ (Quelle). Diese Ergänzung des Gesetzes trägt u.a. dem Umstand Rechnung, dass bislang intersexuelle Menschen ab Geburt auf ein Geschlecht (fremdbestimmt) festgelegt wurden, was z.T. erhebliche Probleme für diese Menschen im Laufe des Lebens nach sich gezogen hat.

Der Schritt, hier von Seiten des Gesetzgebers (endlich) zu handeln, ist sicher richtig und wichtig, jedoch sind die Konsequenzen noch nicht abzusehen. Wie werden solche Menschen zukünftig reisen, wenn das notwendige Feld „M“ oder „W“ nicht angekreuzt ist und der Reisepass keine Anerkennung findet? Wie wird die Gesetzgebung zur Lebenspartnerschaften, Eheschließung etc. reagieren (man denke nur an die jüngst geführte Debatte zum Ehegattensplitting und dem Adoptionsrecht bei homosexuellen Partnern)? Oder um praktischer zu werden: Wird es zukünftig öffentliche Toiletten für Intersexuelle geben müssen? Und wie sieht es mit Umkleidkabinen in öffentlichen Einrichtungen (z.B. Bäder, Sporthallen) aus?… Ohne das Thema zu vertiefen, es wird eins deutlich: viele Fragen, noch keine oder nur unzureichende Antworten.

Ganz interessant wird die Frage bei der zukünftigen Gestaltung der geschlechtsneutralen bzw. gendergerechten Schreibweise. Schon lange herrscht hier ein „Kampf zwischen den Geschlechtern“, wie die immer mal wieder entfachenden Debatten um das Generische Maskulinum zeigen. Die Diskussion, welche Form denn nun Anwendung findet, (Beidnennung (z.B. Leserinnen und Leser), Splitting (z.B. Leserinnen/Leser) oder das Binnen-I (LeserInnen)) kommt schnell auf, wenn etwas zu Papier gebracht und veröffentlicht werden soll. Hier kann es in Zukunft „heikel“ werden? Bei meiner Recherche zu genau diesem Thema (korrekte geschlechtsneutrale Schreibe) stieß ich auf eine sehr gute und lesenswerte Broschüre, die ich jeder/r (korrekt sollte ich hier wohl besser „allen“ schreiben) ans Herz legen möchte, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Ungünstigerweise ist das Dokument auf dem Server der Uni Köln nur schlecht zu finden, so dass ich zu seiner Publikation gern beitrage.

Erstellt von Dipl.-Soz. Päd.‘ Annelene Gäckle, M.A. (Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln) hat ein meiner Meinung nach hervorragenden Reader mit dem Titel „ÜberzeuGENDERe Sprache“ herausgegeben. Hervorragend, weil er in einer lockeren, anschaulichen und dennoch verbindlichen Sprache erstellt ist, an den richtigen Stellen mit wissenschaftlich fundierten Belegen arbeitet und an anderen mit schnell nachvollziehbaren Alltagserfahrungen operiert, übersichtlich layoutet und gelungen graphisch aufbereitet ist (ich mag den Würfel für unentschlosssene auf Seite 18 :-)), Pros und Contras zusammenstellt, ohne zu bewerten (wohl aber begründet zu gewichten) und und und. Im Gegensatz zu anderen Papieren, die mir in diesem Zusammenhang in die Hände gefallen sind, werden hier keine Allgemeinplätze belegt oder mit dem pädagogischen Zeigefinger gedroht. Sehr angenehm.

Was hat das alles mit der Überschrift und dem Eingangsthema zu tun? Nun, in dem besagten Reader wird ein Vorschlag von Steffen Herrmann aufgegriffen, der das Sichtbarmachen aller Geschlechter ermöglichen soll. Der so geannte Gender-Gab. Dieser drückt sich dadurch aus, dass bei der Darstellung ein Unterstrich (Leser_innnen) gesetzt wird, der „Frauraum für die Entfaltung neuer Identitäten“ (ebd. S. 9) lässt.

Zu dem Papier von Frau Gäckle geht es hier lang

 

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

Werner Sesink ist an der TU Darmstadt im Arbeitsbereich Bildung und Technik tätig. Neben seinen Schwerpunkten in Bildungstheorie, Pädagogischer Medientheorie, E-Learning uvm. veröffentlichte er auch erfolgreich eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Diese Veröffentlichung ist nicht eine unter vielen, sondern besonders durch die Erweiterung des Angebots im Internet. So bietet er eine Internetseite (http://www.studierenzweinull.de/) mit weiteren praktischen Informationen zum Wissenschaftlichen Arbeiten im Speziellen und Werkzeugen, die für das Wissenschaftliche und (kooperative) Arbeiten im Allgemeinen hilfreich sein können. Dieses Angebot passt auch sehr gut zum Umfang des Buches, welches sich ebenfalls mit den heute üblichen und notwendigen Techniken der Internet-Recherche oder auch digitalen Präsentationsformen beschäftigt.

Erwähnenswert und Grund für diesen Blogeintrag ist, dass zwei Texte in gestraffter Form als eBook bei Amazon veröffentlicht wurden, die für einen Beitrag von 2 Euro heruntergeladen werden können.

1. Studienhilfe Internet-Recherche

2. Studienhilfe Wissenschaftliche Hausarbeit

Damit aber nicht genug. Im Rahmen einer Werbeaktion bei Amazon können diese eBooks am 2. & 3. November sowie am 9. & 10. November kostenlos bei Amazon bezogen werden. Sicherlich hiflreich nicht nur für alle, die das Studium gerade aufgenommen haben…

Multimedia E-Book Mitgefühl

Tanja Singer und Matthias Bolz vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften haben ein E-Book herausgegeben, welches sich um Fragen des Mitgefühls, des Mitgefühltrainings, Konzepten zum Mitgefühl, wissenschaftliche Aspekte sowie Trainingsprogramme zum Mitgefühl dreht. Damit ist es nicht nur für die Forschung interessant, sondern bietet auch praxistaugliche Hinweise zum Thema. Entstanden ist es im Rahmen eines Workshops, der 2011 stattfand. Neben dem Inhalt finde ich die „Aufmachung“ interessant.

Neben den Inhalten, die in Textform aufbereitet worden sind, bietet das E-Book multimediale Inhalte in Form von Videos, Bildern und Sound-Collagen. Herausgekommen ist ein Buch, welches abwechslungsreich die Inhalte zu den jeweiligen Themenfeldern präsentiert.

Das ganze ist kostenfrei in deutsch und englisch verfügbar. Neben einer iPad-Version (490MB!) gibt es auch eine E-Pub-Version. Da E-Pub selbst leider nicht gerade als Format glänzt, welches multimediale Inhalte aufnehmen kann, werden für dieses Format die medialen Erweiterungen seperat angeboten. Auch für den Kindle sowie als pdf wird eine Version geboten. Selbstverständlich können die Inhalte auch ganz ohne e-Book-Reader online betrachtet werden.

Das E-Book befindet sich unter der Adresse: http://www.compassion-training.org/?page=download&lang=de

 

40 Web 2.0 Edutools, die man kennen sollte

Mohamed Amin Embi, Professor für technologiebasiertes Lernen an der Universität Kebangsaan in Malaysia, hat eine imposante Liste von web 2.0 basierten Edutools zusammengestellt, die seiner Meinung nach wichtig für jeden Lehrenden ist, der sich mit e-Learning beschäftigt. Herausgekommen ist ein äußerst umfangreiches und frei verfügbares Dokument, welches die 40 Tools kurz vorstellt, im dem der Frage nachgegangen wird, was das jeweilige Tool ist, welche Möglichkeiten es bietet und wie es funktioniert und in Bildungskontexte eingebunden werden kann. Herausgekommen ist ein über 500 seitiges Dokument. Folgende Tools werden vorgestellt:

  • Twitter
  • Youtube
  • GoogleDocs
  • Skype
  • WordPress
  • Dropbox
  • Prezi
  • Slideshare
  • Glogster
  • Blogger
  • Diigo
  • Facebook
  • Jing
  • Evernote
  • LinkedIn
  • Edmodo
  • Wikis
  • Del.icio.us
  • VoiceThreat
  • Camtasia Studio
  • Scoop.It
  • Flickr
  • Wordle
  • Pinterest
  • Wallwisher
  • Scribd
  • Ning
  • Elluminate
  • Vyew
  • Sync.In
  • Twiddla
  • Survey Monkey
  • Poll Everywhere
  • Screencast-O-Matic
  • Zotero
  • Bubbl.Us
  • Go!Animate
  • Educreations
  • Issuu
  • MyeBook

Das Buch kann man sich kostenfrei unter der folgenden Adresse runterladen: http://de.scribd.com/doc/118928740/40-Must-know-Web-2-0-Edutools

Danke mal wieder an die Leute von Learning Waves, die mich auf dieses Werk aufmerksam gemacht haben!

über 7000 Veröffentlichungen des Oldenbourg- und Akademie-Verlags kurzzeitig frei zugänglich

Hui,

wie mir meine Bibliothek auf Ihrer Eingangsseite mitteilte, gibt es ein kurzzeitiges Schmankerl für alle, die auch mal ein pdf-Dateie lesen. Und zwar stellt der de Gruyter Verlag im Rahmen einer Werbemaßnahme ca 2000 Bücher des Akademie-Verlages und über 5000 Bücher des Oldenbourg-Verlages kurzfristig als kostenfreien Download zur Verfügung. Hintergrund ist eine kleine Werbeaktion des Verlags. De Gruyter hat Anfang des Jahres die beiden Verlage übernommen und stellt nun die übernommenen Sortimente für kurze Zeit (bis Ende August) zur Verfügung. Sicherlich eine interessante Aktion für die Eine oder den Anderen…

Die Veröffentlichungen des Akademie-Verlags  finden sich unter folgenden Link: http://www.degruyter.com/browse?anyAccess=true&authorCount=5&pageSize=10&publisher=AV&searchTitles=true&sort=datedescending

Die Veröffentlichungen des Oldenbourg-Verlags können hier abgerufen werden: http://www.degruyter.com/browse?anyAccess=true&authorCount=5&pageSize=10&publisher=OWV&searchTitles=true&sort=datedescending

Frohes Runterladen und Lesen

Nachtrag: Es scheint so, dass diese kostenfreien Downloads wohl (ausschließlich?) von Hochschulbibliotheken funktionierne. Bei meinen Downloads wird ein virtueller Stempel in die Bücher gesetzt (TU Kaiserslautern) und die IP Adresse des PCs dazu geschrieben.

Was aus den Google-Mails alles herausgelesen werden kann…

Datenschutz ist ja gerade eines der ganz großen Themen und über die Risiken und Gefahren der Datenfreigabe an die virtuellen Global-Player des Internets wird regelmäßig informiert (wobei es mir derzeit eher danach ausschaut, als ob die Behörden deutlich entspannter mit dem Datenschutz umgehen – zumindest kommen diese Datenlecks und Spionageaktivitäten immer mal wieder ans Licht). Das Projekt „Immersion“ zeigt auf, welche Möglichkeiten allein die Daten der Adresszeilen im Emailprogramm von Google bieten. Um das zu testen, muss man sich einmal mit seinen Gmail-Account-Daten per sicheren (natürlich) Login auf Immersion einloggen und schon fängt das Programm mit der Arbeit an. Betreffzeilen und Texte werden nicht analyisert – es zeigt nur, was praktisch möglich ist. Als Ergebnis gibt Immersion nach einiger Zeit aus, mit wem man besonders viel (und wieviel) gemailt hat, wer mit wem in Verbindung steht und wer mit wem nicht. Ganz interessant, zu sehen, wie mein Mailverhalten so ausschaut – ich war überrascht.
Ein Snapshot meiner Emailkontakte füge ich mal bei – natürlich anonymisiert 🙂
eac68930-db7b-4e11-aaa6-a81ec9dac80eDanke an dieser Stelle den Newsletterschreibern von Learning Waves, die immer mal wieder interessante und/oder witzige Beiträge verschicken.

 

Wiki-War-Monitor

WikiWar

Wikipedia als Monitor für den Kampf um die richtige Darstellung von Informationen? Forscher aus Budapest und Alberta nutzten die Plattform, um soziale Auseinandersetzungen zu analysieren und besonders „heiss umkämpfte“ Themenfelder zu identifizieren. Um diese findet ein regelrechter „Edit-War“ statt, wie c’t berichtet, einem Kampf von Nutzern um die Darstellung der eigenen Meinung zu einem Thema. Da es bei Wikipedia möglich ist, jede Änderung einzusehen, ist es auch möglich, die umstrittensten Beiträge zu identifizieren und zu schauen, welche Nationen in welchen Bereichen miteinander ringen.

„In der Gruppe Englisch/Deutsch/Französisch/Spanisch waren zum Beispiel die Texte über Jesus und Homöopathie am stärksten umkämpft. Die Einträge zur globalen Erwärmung wurden nur in drei der Sprachen kontrovers behandelt; unter Spanisch sprechenden Nutzern scheint das Thema nicht so umstritten zu sein. Bei der deutschen Wikipedia führte „Kroatien“ die Revert-Hitliste an.“ (ebd.)

Interessant ist die grafische Auswertung von Anselm Spoerri (Rutgers-Universität), die die einzelnen Begriffe und die damit zusammenhängende Auseinandersetzung nochmal verdeutlicht. Diese kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://comminfo.rutgers.edu/~aspoerri/searchCrystal/searchCrystal_editWars_ALL.html

 

Friedhof der Google-Entwicklungen

 

Im Laufe der Jahre hat Google eine Menge von Diensten und Angeboten entwickelt, die sich nicht immer durchsetzen konnten oder die aufgrund der firmeneigenen Politik wieder eingestampft wurden.  Jüngstes Beispiel ist der Google-Reader. Aber auch solche Innovationen wie iGoogle, Google Wave, Google Desktop uvm. gehören zu den Projekten, die es in der virtuellen Welt nicht mehr gibt. Auf der Webseite von slate.com wurden alle Dienste auf einem virtuellen Friedhof beigesetzt und können nochmal besucht werden. Hintergrundinfos zu den ehemaligen Diensten können abgerufen werden und wer mag, kann auch eine virtuelle Blume am Grab seiner Lieblingsapplikation ablegen. Witzig: Man kann die Seite auch über social sharing-buttons auf Facebook und Twitter teilen. Nur google+ ist nicht mit gelistet. Ob es dafür einen Grund gibt? 🙂

Interaktiver Europaatlas der Süddeutschen Zeitung

Auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung findet sich ein interaktiver Onlineatlas Europas, der zu dazu einlädt, einige Statistiken abzurufen. Augeschlüsselt nach Staaten, Ländern und Regionen wurden verschiedene Daten gesammelt und visualisiert, die per Mausklick abrufbar sind. Folgende Kategorien können eingesehen werden:

  • Bevölkerung
  • Arbeit und Wohlstand
  • Bildung und Forschung
  • Online
  • Verkehr
  • Gesundheit
  • Tourismus
  • Landwirtschaft

und dazu jeweile eine Vielzahl von Unterkategorien. So zeigt sich, dass z.B. Island die höchste Onlinenutzung aufweisen kann (2011), die meisten Onlineshopper jedoch in Norwegen leben. Die meisten Übernachtungen auf Campingplätzen kann 2011 Frankreich verzeichnen und in Spanien (genauer in der Gemeinde Madrid) erreichten Frauen 2010 das höchste Durchschnittalter. Dafür hat Deutschland die größte Anzahl lebender Milchkühe und Schweine (2010), während in Großbritanien die meisten Schafe lebten. Diese und viele weitere Informationen finden sich unter http://www.sueddeutsche.de/app/wirtschaft/europaatlas/ 🙂

 

nexus Anrechnungskompass

Auf der Webseite des Projektes nexus, die Konzepte und gute Praxis in der Hochschullehre präsentiert, wurde ein Anrechnungskompass veröffentlicht. Dieser ermöglicht es Interessierten, Studienangebote zu recherchieren, die bereits erworbene Kompetenzen der Studierenden anerkennen und in das Studium aufnehmen. Mit diesem Werkzeug wird ein weiterer Beitrag zur Öffnung der Hochschulen geleistet, da auch außerhalb von Hochschulen erworbene Kompetenzen für das Studium anerkannt und genutzt werden können. Somit können Zugänge zu Studienangeboten erleichtert werden oder das Studium durch die Anerkennung von Vorerfahrungen  verkürzt werden. Nexus hat bundesweite Studienangebote, die vorab erworbene Kompetenzen berücksichtigen und anerkennen, erfasst und in einer Datenbank zusammengeführt. Derzeit sind es über 1500 Angebote, die Kompetenzanerkennungsverfahren individuell, pauschal oder in Kombination durchführen. Man kann nach grundständigen und weiterführenden Studiengängen suchen, die fachliche Ausrichtung und/oder örtliche Verankerung des Studiengangs als Suchkriterium benennen, nach Abschlussarten und Studienformen recherchieren, Hochschultypen, Zulassungsmodi und und und wählen. Es gibt also für Interessierte eine Vielzahl von Kriterien, entsprechende Studienangebote zu filtern und hoffentlich geeignete Programme zu finden.  Das Angebot wird offensichtlich kontinuierlich ausgebaut.

Zum Anrechnungskompass geht es hier lang: http://www.hrk-nexus.de/material/nexus-anrechnungskompass/