Archiv der Kategorie: Uncategorized

AG Geige – Raabe? (1991)

AG Geige wurde in den letzten Jahren wieder viel Aufmerksamkeit zuteil, auch wenn sie sich das wohl gar nicht so wünschten. Grund waren Kraftklub, die z.T. Sprösslinge der ehemaligen Elektro-Avantgarde im biologischen und auch geistigem Sinne sind und damit auch die Clubkultur in Chemnitz wieder interessant wurde.

AG Geige, mit ihren irren Kostümen, den dadaistischen Texten und den elektronischen Musikentwürfen wirkten gleichermaßen faszinierend wie auch  irritierend auf mich – aber auch auf die Kulturverantwortlichen der damaligen Zeit. So las ich in einem Interview, dass AG Geige zahlreiche Probekonzerte vor den Entscheidern des DDR-Staatsapparats hatten, bis sie eine Lizenz für den öffentlichen Auftritt erhielten – wohl, weil man sich nicht sicher war, ob diese Musik mit den Ideologien der damaligen Zeit in Einklang steht. Das stelle ich mir im Nachhinein sehr lustig vor! 

Die Mischung von Musik und Texten, gepaart mit meinen Jugenderinnerungen in den Klubs und Gesprächen mit der AG Geige macht sie für mich bis heute sehr reizvoll. 

Mehr Informationen über AG Geige: 

Johnny Cash – American IV: The Man Comes Around (2002)

Ein ziemlicher  Brocken, den Cash hier in seinen letzten Schaffensjahren der Welt geschenkt hat. Dunkel, schwer, alt aber auch erhaben, würdig, klar. Es war eins der ersten von bislang wenigen Alben, die mich von Johnny Cash beeindruckte. Irgendwie ist es ein Fazit eines Mannes, der viel erlebt hat und seinen Ego keinem beweisen muss. Warum auch? Er hatte genauso viele Chart Hits wie Beach Boys oder die Stones und 38 Jahre in Folge mind. zwei Singles in den Country Charts vertreten (Quelle). 

Und zugleich eine Hommage an Songs und/oder Bands, die ihn wohl beeindruckten. Seine Interpretationen von Depeche Mode, Simon & Garfunkel, Sting,  Nine Inch Nails u.a. sind es an sich schon wert, sich die CD etwas genauer anzuhören. Vielleicht ist es auch eine Hommage vieler Künstler an Chash, die sich auf dem Album die Klinke in die Hand geben, um mit ihm einen Song aufzunehmen (z.B. John Frusciante, Nick Cave, Fiona Apple uvm.). 

Beschäftigte sich Solitary Man noch mit dem Ende, dem Tod, geht Johnny Cash hier weiter und beschreibt die Erlösung, das Leben. 

Ein starkes Stück!

Kapelle Petra – The Underforgotten Table (2016)

Ich mein, es ist schon was Besonderes, neben dem üblichen Klangkörper auch eine Bühnenskulptur offiziell als Bandmitglied zu führen. Oder besser andersrum: Ein Bandmitglied als Bühnenskulptur. Aber „Gazelle“ ist ein wichtiger Teil von Kapelle Petra, den „Ja-Sagern“ aus Hamm. Mit diesem Album machen sie sich auf, die Welt aus ihrer Perspektive zu durchdrucken, aufzumischen und vielleicht ein bisschen zu verbessern. Begeisterten mich früher ihre Spaßnummern wie „Curly Sue“ oder „Gewitter“, sind es auf The Underforgotten Table durchaus Songs, die sich z.T. kritischer und tiefer mit den Phänomenen unserer Zeit auseinandersetzen. Dennoch behält Kapelle Petra das Markenzeichen bei, ihre Anmerkungen zum Leben im Allgemeinen und Besonderen mit einem Augenzwinkern, mit Ironie und Selbstkritik vorzutragen. Und so machen sie auf diesem Album nicht nur wieder Spaß, sondern haben auch was zu sagen. Eine Kombination, der man doch ganz gut zuhören kann…

Cinerama – Disco Volante (2000)

Reinhören

Was tun, wenn sich eine Band wegen eines Beziehungskrachs auflöst, aber Musik das Lebenselexier der Musiker bedeutet? Nun, einfach unter neuem Namen weitermachen und davon singen, wie schlimm alles ist. Nach dem Zusammenbruch von The Wedding Present singt sich David Gedge mit Cinerama durch zahlreiche Hommagen an eine (echte?) Freundin. Zwar fehlen auch diesem – wie wohl fast allen Alben von Gedge – die Nr. 1 Hits, aber seine Songs schaffen sich auf ihre eigene Weise Zutritt.  Sie gefallen, treiben an, geben Mut, aber sie zerfallen auch mit dem Ende des Albums. Übrig bleibt ein schönes Gefühl und das Unwissen, was man da eigentlich gerade gehört an. Also: Nochmal hören. Einfach zeitloser und wunderschöner Pop. 

 

Olaf Schubert – So! (2013)

„Wer ‚So!‘ sagt, hat gerade nichts zu tun.“, lautete eine Binsenweisheit in der Schulzeit. „So!“ betitelt der selbsternannte „Bundesolaf“ und „Zentralschubert“ sein neues Programm und widerlegt damit die Weisheit aus Kindertagen. Er ist gekommen, um Lösungen zu liefern, wo noch noch nicht einmal die Probleme da sind. Er blickt voraus und prophezeite bereits 2012, dass das Internet bald kommen wird. Weitere zeitlose Themen wie Ernährung, Kinder, Ehrlichkeit und das Leben als Pirat zeigen, dass Schubert, die „Lichtgestalt aus Dunkel-Deutschland“ im 21. Jahrhundert angekommen ist, ohne seinen Platz gefunden zu haben. Und hier ist „Schubert So! wie wir ihn kennen. Die Nähe des Volkes suchend. Angetreten, all jenen Individuen, welche unverholen trotz mehrfacher Verwarnung Kapitalismus ausüben, den Kampf anzusagen. “ (Uta Mehl) 

Wissensmanagement 1.0 – es lebt noch

Ein Fundstück, mal mobil gepostet, da mein PC immer noch in der Werkstatt ist 🙁 Gefunden an der TU Kaiserslautern und passend zum Thema Wissensmanagement und -kommunikation in Unternehmen. Ich hoffe, es ist lesbar…

2015-06-18 15.32.16