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Johnny Cash – American IV: The Man Comes Around (2002)

Ein ziemlicher  Brocken, den Cash hier in seinen letzten Schaffensjahren der Welt geschenkt hat. Dunkel, schwer, alt aber auch erhaben, würdig, klar. Es war eins der ersten von bislang wenigen Alben, die mich von Johnny Cash beeindruckte. Irgendwie ist es ein Fazit eines Mannes, der viel erlebt hat und seinen Ego keinem beweisen muss. Warum auch? Er hatte genauso viele Chart Hits wie Beach Boys oder die Stones und 38 Jahre in Folge mind. zwei Singles in den Country Charts vertreten (Quelle). 

Und zugleich eine Hommage an Songs und/oder Bands, die ihn wohl beeindruckten. Seine Interpretationen von Depeche Mode, Simon & Garfunkel, Sting,  Nine Inch Nails u.a. sind es an sich schon wert, sich die CD etwas genauer anzuhören. Vielleicht ist es auch eine Hommage vieler Künstler an Chash, die sich auf dem Album die Klinke in die Hand geben, um mit ihm einen Song aufzunehmen (z.B. John Frusciante, Nick Cave, Fiona Apple uvm.). 

Beschäftigte sich Solitary Man noch mit dem Ende, dem Tod, geht Johnny Cash hier weiter und beschreibt die Erlösung, das Leben. 

Ein starkes Stück!

Kapelle Petra – The Underforgotten Table (2016)

Ich mein, es ist schon was Besonderes, neben dem üblichen Klangkörper auch eine Bühnenskulptur offiziell als Bandmitglied zu führen. Oder besser andersrum: Ein Bandmitglied als Bühnenskulptur. Aber „Gazelle“ ist ein wichtiger Teil von Kapelle Petra, den „Ja-Sagern“ aus Hamm. Mit diesem Album machen sie sich auf, die Welt aus ihrer Perspektive zu durchdrucken, aufzumischen und vielleicht ein bisschen zu verbessern. Begeisterten mich früher ihre Spaßnummern wie „Curly Sue“ oder „Gewitter“, sind es auf The Underforgotten Table durchaus Songs, die sich z.T. kritischer und tiefer mit den Phänomenen unserer Zeit auseinandersetzen. Dennoch behält Kapelle Petra das Markenzeichen bei, ihre Anmerkungen zum Leben im Allgemeinen und Besonderen mit einem Augenzwinkern, mit Ironie und Selbstkritik vorzutragen. Und so machen sie auf diesem Album nicht nur wieder Spaß, sondern haben auch was zu sagen. Eine Kombination, der man doch ganz gut zuhören kann…

Cinerama – Disco Volante (2000)

Reinhören

Was tun, wenn sich eine Band wegen eines Beziehungskrachs auflöst, aber Musik das Lebenselexier der Musiker bedeutet? Nun, einfach unter neuem Namen weitermachen und davon singen, wie schlimm alles ist. Nach dem Zusammenbruch von The Wedding Present singt sich David Gedge mit Cinerama durch zahlreiche Hommagen an eine (echte?) Freundin. Zwar fehlen auch diesem – wie wohl fast allen Alben von Gedge – die Nr. 1 Hits, aber seine Songs schaffen sich auf ihre eigene Weise Zutritt.  Sie gefallen, treiben an, geben Mut, aber sie zerfallen auch mit dem Ende des Albums. Übrig bleibt ein schönes Gefühl und das Unwissen, was man da eigentlich gerade gehört an. Also: Nochmal hören. Einfach zeitloser und wunderschöner Pop. 

 

Olaf Schubert – So! (2013)

„Wer ‚So!‘ sagt, hat gerade nichts zu tun.“, lautete eine Binsenweisheit in der Schulzeit. „So!“ betitelt der selbsternannte „Bundesolaf“ und „Zentralschubert“ sein neues Programm und widerlegt damit die Weisheit aus Kindertagen. Er ist gekommen, um Lösungen zu liefern, wo noch noch nicht einmal die Probleme da sind. Er blickt voraus und prophezeite bereits 2012, dass das Internet bald kommen wird. Weitere zeitlose Themen wie Ernährung, Kinder, Ehrlichkeit und das Leben als Pirat zeigen, dass Schubert, die „Lichtgestalt aus Dunkel-Deutschland“ im 21. Jahrhundert angekommen ist, ohne seinen Platz gefunden zu haben. Und hier ist „Schubert So! wie wir ihn kennen. Die Nähe des Volkes suchend. Angetreten, all jenen Individuen, welche unverholen trotz mehrfacher Verwarnung Kapitalismus ausüben, den Kampf anzusagen. “ (Uta Mehl) 

Wissensmanagement 1.0 – es lebt noch

Ein Fundstück, mal mobil gepostet, da mein PC immer noch in der Werkstatt ist 🙁 Gefunden an der TU Kaiserslautern und passend zum Thema Wissensmanagement und -kommunikation in Unternehmen. Ich hoffe, es ist lesbar…

2015-06-18 15.32.16

Johnny Cash – American III: Solitary Man (2000)

Reinhören
Zugegeben: Als ich das erste Mal beim Hören eines Songs von Johnny Cash begeistert war, erschrak ich über mich selbst. Bis dahin galt er als ein Idol der Generation, die gefühlt schon vor meinen Eltern lebte. Aber die rauchige, dunkle Art, wie mir die Coverversion von Depeche Modes „Personal Jesus“ entgegenschallte, beeindruckte mich. Ich widmete Cash mehr Aufmerksamkeit und merkte, dass tatsächlich seine Stücke aus früheren Jahren nicht ganz so meinen Geschmack trafen, jedoch die Titel aus seiner letzten Schaffensperiode durchaus einen Charakter haben, der mich einfängt.
Zentral auf der „American 3: Solitary Man“ sind Cash und seine Gitarre. Wenig weitere Instrumentierung und Gastsänger kommen zum Einsatz. Dafür klingt Cash so, als hätte er sich lebtags auf den Straßen rungetrieben, unablässig geraucht, nicht zu wenig getrunken und trotz der vielen Kontakte stets allein, eben ein Solitary Man. Das Cover mag diesen Eindruck verstärken. Die CD vermittelt mir den Eindruck, dass Johnny Cash seine Erfahrungen, Eindrücke und Ansichten als Konklusion auf dieser American Reihe zusammenfast. Ein Resümee des Lebens, ein musikalisches Testament, wenn man so will. Klar, tief, schnörkellos und dennoch emotional. Sein Tod kam daher in der Tat nicht ganz überraschend für mich…