Archiv der Kategorie: Musik

The Experimental Pop Band – The Tracksuit Triology (2001)

 

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„„Why Do You Have To Go Out With Him When You Could Go Out With Me“ ist einer der schönsten Titel der Brilliant Corners und der Welt überhaupt. Kein Schopenhauer, keine Leidmetaphysik, kein Schmerz, der verbrämt wird, indem man versucht, Sinnnektar aus ihm zu saugen. Nur die Frage: Wieso ist dieses Mädchen jetzt nicht hier? Das ist lang her, und der das sang, kommt aus Bristol, heißt Davey Woodward und ist nun Meistergeist der Band, die sich nach der legendären West Coast Pop Art Experimental Band benannte. Erstere hat hier nicht weniger als ihr Opus magnum vorgelegt. Mit Bläsern, Analog-Synthies, Spinett-Sounds, Orgeln und Trippigem entfaltet sich ein Kaleidoskop des zwar eklektizistischen Verquirlens, welches gleichwohl souverän an der Beliebigkeitsfalle vorbeisteuert und das bewahrt, was man so gern die eigene Handschrift nennt.

Disco Tex meets Beat Club meets Burt Bacharach embraces Jonathan Richman, und die Melange aus Coolness und Unsicherheit in seiner Stimme says hello to the less boring sides of Stereolab, zeigt Blur (anno ‘95, vor der Prätention) und Space, was eine Harke ist, klingt auch mal wie Velvet Underground im Portishead-Mix und, was dabei wie ein echtes Wunder klingt, endet dann nicht als Sieg der Cleverness beim Wer-kennt-sich-besser-in-der-Musikgeschichte-aus-Wettbewerb, sondern bricht dir das Herz, so dass es besser wäre, du hättest jemanden, der dir die Fragmentchen wieder zu einem funktionierenden Ganzen zusammenwachsen lässt und das Farnkraut der Liebe auflegt. Wenn das Budget nur für eine Platte reicht, dann seid weise und ersteht, bitte, diese. Und wenn die floppt, dann will ich Metzger werden oder mich neuen aufregenden Extremsportarten wie Rindfleisch-Eating zuwenden.“ (Quelle: http://www.intro.de/platten/kritiken/23027627)

Dead Can Dance – Aion (1990)

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„Die 1990 erschienene CD von Dead Can Dance wird durch ein Cover geziert, welches einen Bildausschnitt aus „The Garden of Delight“ von Hieronimus Bosch zeigt. Der spätmittelalterliche Maler (verst. 1516) kündigt somit schon den Stil des Inhaltes der an. Diesmal haben sich die Mannen und die Dame um Dead Can Dance mittelalterlichen Klangwelten zugewandt.

Aion ist das dem Mittelalter am nähesten Dead Can Dance Album. Aion verbindet perfekt die Moderne (synthethische Beats und Flächensounds) mit altertümlicher Musik (Horn, Schalmei und sakraler Gesang). Atmosphäre entsteht durch diverse Samples wie z.B. Vogelgesang oder das Geräusch von Regen und Donner. Das Album „Aion“ ist in sich schlüssig und eine absolut runde Sache. Die Stücke harmonieren wunderbar miteinander und man vermag letztendlich nicht herauszuhören, welches der Stücke im 20 Jhd. von Dead Can Dance komponiert (Copyright Sowan)worden ist und welches aus dem Mittelalter stammt. Die Instrumentalisierung der Musiker und das Einfühlvermögen der Band ist so groß, daß man wirklich meinen mag, man sein zurückversetzt in der Zeit. Lisa Gerrard fängt die Stimmung der Musik mit ihrer Stimme und setzt sie in das Ohr des Zuhörers. Auch Perrys ausdrucksstarker Gesang läßt letztendlich keine Wünsche offen.“ (http://www.dooyoo.de/musik-alben/aion-dead-can-dance/1105366/)

Burnt Friedman & Jaki Liebezeit – Playing Secret Rhythms (2002)

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„Bernd Friedmann und Jaki Liebezeit bilden das Dream-Team diesen Frühlings. Jaki Liebezeit, der schon Can und den Club Of Chaos mit seinem geerdeten Drumming den gelassenen Swing verpasste, grooved hier mit Elektronik-Frickler Friedmann wunderschön gelockert. Dabei beruhigt der alte Mann ungemein mit seinen ihm eigenen schlackernden Rhythmen und festigt den Melodie-Kosmos. Faszinierend erlebt man immer wieder, wie er anscheinend aus der Spur läuft, um mit dem nächsten Schlag wieder sorgenlos den Punkt zu treffen. Auf seinen Organismus aus Rhythmus treffen dann Bernds liebevolle Soundspielereien. Verschreckten einen bei vergangenen Platten noch die ultra-nervösen Beatkonstrukte und hibbeligen Klanggebilde, scheint der Kölner mit zunehmendem Alter ruhiger zu werden. Vielleicht liegt das aber auch an den geladenen Musikern, die Melodien mit Vibraphon oder Acousticbass über Beats und Sounds legen. Zusammengefügt und editiert hat Bernd Friedmann am Ende der Sessions die Tracks selbst. Sein einzigartiges Sounddesign pendelt dabei ein weiteres Mal zwischen instrumentalem Reggae-Dub und elektronischem Jazz. So gelingt den Beiden mit „Secret Rhythms“ ein verspieltes, langlebiges und eigenartiges Album.“ (Quelle: http://www.amazon.de/Playing-Secret-Rhythms-Friedman-Liebezeit/dp/B000063TCI/ref=sr_1_3/302-2294176-8192004?ie=UTF8&s=music&qid=1187518395&sr=8-3)

Black – Wonderful Life (1987)

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„In meiner mittlerweile fast 500 CD umfassenden Sammlung ist dieses Debut Album des Sängers Black immer noch ein absolutes Highlight und landet regelmäßig in meinem CD Player. „Wonderful Life“ ist ein durchweg gelungenes Album das höchstens ein klein wenig bei den nur auf CD gepressten Bonustracks ab Titel Nummer Elf ein wenig schwächelt. Ansonsten bietet dieses Album durchweg erstklassige Musik. Neben den traumhaften Balladen „Wonderful Life“ und „Sweetest Smile“ wissen etwas flotteren Sachen wie „Everythings comig up roses“, welches ja auch als Single veröffentlicht wurde und die eher flotteren Stücke wie „Just making memories“ und „I’m not afraid“ zu überzeugen. Dies soll aber nicht heißen das der Rest des Albums abfällt, den dies ist keineswegs der Fall. „Wonderful Life“ ist ein wunderschönes und sehr melancholisches Album das man immer wieder hören kann und das kein wirklich schlechtes Lied enthält.“ (Quelle: http://www.amazon.de/Wonderful-Life-Black/dp/B000026GZT)

Autechre – Peel Session (1999)

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„Pünktlich zum neuen Jahr leben, zeitgleich mit den guten Vorsätzen, auch in Vergessenheit geratene Traditionen wieder auf: Die Veröffentlichung inzwischen legendärer John Peel-Sessions auf Platte. Autechre bolzten in der BBC-Kantine im August 1995. Ich erinnere mich auch dunkel an die Tracks, aber irgendwie hatte mein Verbindungsmann in England das Tape erst in die Waschmachine gesteckt und dann in den Briefumschlag nach Deutschland. Naja. Drei Tracks sind drauf, alle supi, alle fein. „Milk DX“ klingt irre trocken, gnadenlos auf Downtempo gedrückt. Klar, daß, wenn man Betabeatstrukturen so ausquetscht, die Bassdrumpartikel zu Geistermelodien mutieren und den Rücken hochkriechen. Und wenn ich zurückrechne, bedeutet 1995 für Autechre tri repetae, und damit liegen wir dann auch genau richtig. „Inhake 2“ stampft genauso heftig, ist aber deutlich relaxter, so ein Track für das morgendliche Hoppse-Spiel in der Schwerelosigkeit. Damals wußten wir noch nicht, daß diese Melodien einfach in den Köpfen von Autechre leben und waren verblüfft, daß ihnen immer wieder neue tolle Dinge einfielen, über die wir uns dann freuen konnten. Ein sehr ehrlicher Track. „Drane“ ist schließlich der Schritt auf die andere Seite, die Einverständniserklärung mit der Unendlichkeit.. Hochfrequentes trifft auf einen wuinderbar verflangten mellotronigen Mollchor, der sich in die Lautsprechermembran gnadenlos einfrißt und bleibt. Für immer, ob du willst oder nicht.. So deep waren Autechre selten.“ (Quelle: http://www.de-bug.de/reviews/6382.html)

The Art Of Noise – Below The Waste (1989)

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„Below the Waste is Art of Noise’s fourth full-length original album, and their last album for China Records before Anne Dudley reformed with ZTT’s Trevor Horn and Paul Morley for The Seduction of Claude Debussy (1999). The album saw them experimenting with world music, collaborating with Zulu group Mahlathini and the Mahotella Queens. The African singers provide a heavy layer of mostly non-English vocals. Many see the album as presenting two distinct halves, representing the diverging interests of the two musicians involved. One one hand, you have a few light dub tracks and a couple of harder, rock-edged tunes, both probably efforts of J.J. Jeczalik. These arrangements use sampling, long fade outs, a diverse mix of classical instruments with guitar riffs and almost industrial percussion, typical of earlier Art of Noise material. On the other hand, you have several shorter ambient interludes of melodic, orchestral pieces, most likely the work of Anne Dudley. In similarity to the preceding album release, In No Sense? Nonsense!, the album also featured versions of previously recorded themes composed for television and film, namely Robinson Crusoe (originally the theme to the 1964 television programme The Adventures of Robinson Crusoe) and James Bond Theme which was submitted, and consequently rejected by the film producers, as a potential version for the soundtrack of Licence To Kill (1989)“ (Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Below_the_Waste)

Ammer & Einheit – Deutsche Krieger (1996)

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„Für seine Fernseh- und Hörfunkproduktionen wird der 1960 in München geborene Andreas Ammer regelmäβig auf nationaler und internationaler Ebene mit Auszeichnungen überschüttet. Seine Hörspiele in Zusammenarbeit mit FM Einheit, Blixa Bargeld, der ex-Rainbirds Keyboarderin Ulrike Haage oder Martin ‚Console‘ Gretschmann stellen die starren Grenzen des Genres immer wieder in Frage, spielen mit den akustischen Quellen und verbinden Musik und Sprache in lebendiger, zuvor nicht gekannter Weise.

Mit „Deutsche Krieger (Kaiser Wilhelm Overdrive, Adolf Hitler Enterprise & Ulrike Meinhof Paradise)“ wagen sich Ammer und Einheit an die jüngste deutsche Geschichte heran, die unter ihner Händen zu einer kritisch subversiven Pop-Historienoper wächst. In den Chefetagen der groβen Rundfunksender zeigt man aufgrund des spielerischen Umgangs mit der deutschen Geschichte und der daraus angeblich erwachsenden politischen Brisanz wenig Verständnis für „Deutsche Krieger“ und sendet die Rock-Oper folglich nicht.“ (Quelle: http://www.ubu.com/sound/ammer.html)

Air – 10.000 Hz Legend (2001)


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„Bittersüsse Meisterklasse! Nach ihrem Debüt-Album „Moon Safari“ und dem eher düsteren Soundtrack „The Virgin Suicides“ legen Air ein Album vor, das den Erwartungen gerecht wird. Die vielschichtigen, oft gar innerhalb eines Stücks wechselnden Strukturen, entfalten erst nach und nach ihre grossartige Vielfalt, auf „10 000 Hz Legend“ werden jedoch keine Stilgrenzen überschritten. Die Songs reihen sich vielmehr in logischer Abfolge aneinander und die verschiedenen Themen werden immer wieder aufgegriffen. Die Teilstücke, aus aufwändig instrumentiertem Synphonie-Pop mit klaren Sondtrack-Ambitionen, bisweilen bedrückend schwerem Psychadelik-Rock oder schlagendem Synthie-Bass, werden zu einem elegant fliessenden Stück zusammengefügt, welches durchaus noch einmal in eine honigsüsse Synthesizer-Melodie wechseln kann. Auf „How Does It Make You Feel“ zeigen sich die beiden Franzosen von ihrer bitterzarten Seite, und die ist nicht ohne entspannte Selbstironie. Dieser gelassene Humor zieht sich denn auch durch das ganze Album hindurch, macht sich auf der Singleauskopplung „Radio No. 1“ bemerkbar, wo er sich über musikalischen Müll lustig macht oder ein wenig grotesk auf „Wonder Milky Bitch“. Beck wurde eingeladen und hat mit „The Vagabond“ und vor allem auch mit „Don’t Be Light“ zwei grandiose Tracks mit eingespielt. Die beiden Japanerinnen Susan und Yukimo von Buffalo Daughter gaben dem Erotik knisternden „Sex Born Poison“ ihre Stimme. Zu einem beängstigend sanften Höhepunkt kommt es schliesslich auf „Lucky And Unhappy“. Ein dunkles und verträumtes, ein berauschendes Album.“ (Quelle: http://www.music.ch/LF/reviews/ID3/INFO/Air/10+000+Hz+Legend/)

Thomas Fehlmann

One To Three Overflow (1999)


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„„Radio Eins‘-Hörer kennen Thomas Fehlmann vielleicht als Moderator von „Ocean Club Radio‘, der gemeinsamen Sendung mit „Monika‘-Labelmacherin Gudrun Gut. Er ist ein Pionier der elektronischen Musik in Deutschland, war Anfang der Achtziger Teil der legendären Palais Schaumburg, gründete später mit seinem „Teutonic Beats‘- Label eines der ersten Sammelbecken der deutschen Techno- und Elektronik-Gemeinde, war dann lange Zeit festes Mitglied bei The Orb und ist seit Jahren als DJ und Produzent einer der wichtigsten Leute im Hintergrund der „Szene‘. (…) Der Nachfolger „Overflow‘ nun ist dagegen der musikalische Festplatten-Dump des laufenden Jahres. Zwölf Tracks, darunter Remixe von To Rococo Rot, Plug Research und Sun Electric, zwei Kollaborationen mit „Mute‘-Labelboß Daniel Miller und Robert Fripp (King Crimson) und eigene Remixe für Juan Atkins und Charles Wilp. Allein diese Vielzahl von Namen, die für die unterschiedlichsten Szenen und Genres stehen, läßt erahnen, wie selbstverständlich hier das Nebeneinander von Listening-Lounge, Aquarium und Elektronik-Labor funktioniert. Gegensätze wie das humorvoll-niedliche „I Wanna Be A Fishy‘ und das sphärische Neun-Minuten-Epos „Friedrichstraße‘ zeigen neben Vielfalt aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der hier Experimentelles und Ambient-Flow verbunden werden. Zeitlos, frisch und souverän bis dorthinaus.“ (Quelle: http://www.intro.de/platten/kritiken/23025553)

Weitere Informationen:

Artistportrait bei Laut.de: http://www.laut.de/wortlaut/artists/f/fehlmann_thomas/index.htm

De:Bug über das Werk Thomas Fehlmanns: http://www.de-bug.de/texte/1307.html