Archiv der Kategorie: Musik

Velvet Underground

Best Of

„The Velvet Underground, nach einem gleichnamigen sadomasochistischen Groschenroman, nannte Andy Warhol eine Band, die 1965 in Syracuse, New Jersey, als The Falling Spikes zusammengekommen war. Der Pop Art-Papst engagierte Lou Reed (voc, g), am 2. März 1943 in New York in geboren, John Cale (viola, voc), am 9. März 1942 im englischen Garnant, Wales, geboren, Sterling Morrison (bg), am 29. August 1942 in East Meadow, Long Island, geboren, und die 1945 geborene Maureen „Moe“ Tucker (dr) für seine Multi-Media-Show „The Exploding Plastic Inevitable“, die ab April 1966 im Dome, einem ehemaligen polnischen Ballhaus auf der New Yorker Lower East Side, vorgeführt wurde. Nico, der damalige Superstar der Warholschen Film-Factory, als Christa Päffgen am 16. Oktober 1938 in Köln geboren, half der Combo als Vorsängerin, im Flower Power-Sommer jenes Jahres die „Blumen des Bösen“ („Chicago Daily News“) auszustreuen. In schwarzem Leder oder dunklem Vinyl stellten sich die Musiker mit dem Rücken zum Publikum und entrissen ihren Instrumenten Akkorde von sinistrer Schönheit und paranoider Aggressivität. Reed ließ seine Gitarre in ausgeklügelten Rückkopplungen bis an die Schmerzgrenze schreien, Cales Viola warf elektronische Splitterbomben, Morrisons Baßgitarre dröhnte unheilvoll wie ein Schwarm Tiefflieger, und Maureen Tucker, erster weiblicher Drummer in einer Star-Rockband, trommelte klaustrophobische Monotonie. Dazu raunte Nico beinahe entmaterialisiert; Reed näselte wie ein vom Marquis de Sade trainierter Dylan bislang unerhörte Lyrik mit frei assoziierten Metaphern, während Warhols Hauspoet Gerard Malanga die Bullenpeitsche schwang. Ihre Live-Schocker Waiting For The Man, Heroin, Venus In Furs, Sister Ray, Femme Fatale und European Son To Delmore Schwartz brachte Velvet Underground mit ständig wechselnder Besetzung kongenial auf Studio-Platten. Nico verließ die Gruppe bereits nach der Produktion der ersten LP, deren Cover mit der abziehbaren Bananenschale Andy Warhol entworfen hatte…“(Quelle: http://www.musicline.de/de/artist_bio/Velvet+Underground)

Nearly God – Nearly God (1996)


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„Zuerst machte er mit Massive Attack Furore, dann wurde er unter dem Pseudonym Tricky zum Trip-Hop-Guru. Jetzt nennt sich der Brite Adran Thaws selbstironisch Nearly God (beinahe Gott). Dank dieser Reise in die Groove-Gruft ist er der Dancefloor-Konkurrenz wieder mal voraus. Mit in den Gulli stiegen Hip-Hop-Queen Neneh Cherry, Eis-Fratz Björk und Ex-Specials-Sänger Terry Hall. Einige der Collagen wirken wie dämonische Demos, andere locken mit aufreizender Sinnlichkeit. Eine Verführung der unheimlichen Art!“ (Quelle: http://www.amazon.de/Nearly-God-Tricky/dp/B0000072HV/ref=pd_bbs_sr_1/028-0730598-4948530?ie=UTF8&s=music&qid=1193565655&sr=8-1)

Big Audio Dynamite – Tighten Up Vol. 88 (1988)

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„Not everyone will like this album but let me try to explain why this remains one of my favorte BAD albums: „Just Play Music!“ was a huge single for them and remains one of their best songs. It has the right amount of dance bounce, horns and movie soundbytes. It also explains Mick Jones‘ philosophy on the group and music in general. „Other 99“ is a great song too and shows up on the Greatest Hits. The „Tighten Up“ series was a „best of“ series of records put out by Trojan Records, a reggae imprint. What a great way to show respect to the genre by naming this „…Vol. 88“. There are some other party stompers on this album including the leadoff track „All Night Long“ but the main bulk are midtempo songs that tell stories. I think this is why most people never gravitated to this album. A few songs retell the story of the mixed-race-mixed-style band that is Big Audio Dynamite and they are amusing if you get the joke. „Tighten Up Vol. 88“ is the best of these songs. It’s really a hidden gem and it’s too bad it doesn’t appear on either of the Greatest Hits CDs. The wordplay and tomfoolery are abundant like „Esquerita“ where he pokes fun at Little Richard for stealing Esquerita’s whole schtick: „well now Preacher what you got to say?“ and Imelda Marcos in „2000 Shoes“; he pokes fun at astrology in „Mr. Walker“. The beat is fun and I love my rock music with bits of irony.“ (Quelle: http://www.amazon.com/Tighten-Vol-Big-Audio-Dynamite/dp/B000008DFJ)

Wikipediaeintrag (in Englisch)

Basic Channel – BCD (1995)

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„Wer minimalistische Sounds und gern etwas genaues in dieser Richtung hören möchte der sollte sich diese CD kaufen. Diese typisch über Minuten gleich sich hinziehenden Sounds sind einfach unverwechselbar. Ich kann nur empfehlen alles von diesem Label zu kaufen was man noch bekommen kann.“ (Quelle: http://www.amazon.de/Basic-Channel-Various/dp/B0000067BU/ref=sr_1_3/028-0730598-4948530?ie=UTF8&s=music&qid=1193231183&sr=1-3)

„…Eher abstrakte und ambientöse Tracks, wie die Klassiker „Quadrant Dub I“ oder „Lyot Remix“, finden sich hier. Aus heutiger Sicht gibt dieser offene Sound schon einen Vorgeschmack auf jene atmosphärisch dichten und Echo-verhangenen Rhythm & Sound-Tracks…“ (Quelle: http://www.indigo.de/unser_programm/titel/82371/)

Homepage des Labels Basic Channel

Peter Licht – Vierzehn Lieder (2001)

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„Normalerweise führt ein Sommerhit das Leben einer Eintagsfliege. Die Geschichte des Liedes „Sonnendeck“ dagegen zieht sich über zwei Sommer hin, mindestens. Es begann alles Mitte 2000, als ein Schwabe namens Meinrad Jungblut mit Wohnsitz Köln auf dem dort ansässigen Mini-Label Betrug eine EP in Kleinauflage mit dem Titel 6 Lieder herausbrachte. Eines davon heißt „Sonnendeck“ und findet sich in der Septemberausgabe der Musikzeitschrift SPEX auf der beiliegenden CD # 01 wieder. Nun fängt der Song an, ein Eigenleben zu führen. Er landet auf Platz 2 der Jahrescharts der SPEX-Leser, nur Madonnas „Music“ versperrt die Pole-Position. Da die EP natürlich längst vergriffen und schwer erhältlich ist, spielen Radiosender sie von der Gratis-CD. Beim österreichischen Sender FM 4 dagegen rotiert das Vinyl und aufmerksame Ohren des BMG Ariola-Sublabels Modul hören das Stück mit Begeisterung.

Winterpause. Im Juni des darauf folgenden Jahres taucht der Song wieder auf. Nun heißt Meinrad Jungblut Peter Licht und „Sonnendeck“ erscheint erneut, diesmal bei Modul, und schafft den Einzug in die Singlecharts. Dazu läuft ein superlustiges Video mit einem blauen Schreibtischstuhl als Star auf MTV und Viva. Überall wird das angekündigte Album — obwohl etliche Songs fehlen — besprochen, und irgendwie passend verschiebt sich laufend der Veröffentlichungstermin. Das passt, denn Peter Licht, von dem wahrscheinlich nur ein einziges Lichtbild in seinem Ausweis existiert, singt „meide die Popkultur“ im gleichnamigen Song. Warum sollte er sich da Marktmechanismen unterwerfen, anstatt zum eigenen Karriere-Bremsklotz zu werden?

So ganz konnte der als menschenscheu geltende Werbetexter (wird erzählt) den Erfolg jedoch nicht verhindern. Der Refrain „Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck… oder im Solarium oder am Radar… oder im Aquarium“ setzt sich im Gehirn fest. Doch nicht alle Stücke des Albums sind Pop. Peter Licht polemisiert humorvoll und charmant gegen den Kölner Dom und die Sonne. Er schätzt große Katastrophen und soziale Ungerechtigkeiten, liebt die Hasstiraden seines Schusters und die Beleidigungen seines Pizzabäckers. Er macht sich Sorgen über seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weil er sich ja mal etwas gönnen möchte und nie weiß der Zuhörer, ob JungblutLicht ein kleiner Spinner, kluger Denker, ein Weltfremder oder verschrobener Schrat ist.

Bemerkenswert ist auch die musikalische Wandlungsfähigkeit des Musikers. Licht zitiert im Wandel von Low-Fi-Pop und dichter Produktion einerseits hemmungslos NDW-Stars wie Andreas Dorau, andererseits lässt er immer die Nähe zur Kölner Elektronik-Szene durchklingen. Zur nächsten Platte erzählen wir dann, wie PeterLicht mit seinem Dasein als kleiner Star umgeht und was dieser stets präsente blaue Stuhl soll. Ach ja: köstliche Platte!“ (Quelle: http://www.amazon.de/Vierzehn-Lieder-PeterLicht/dp/B00005N5DM)

Portrait bei Laut.de: http://www.laut.de/wortlaut/artists/l/licht_peter/

Künstlerseite bei Motormusic: http://peterlicht.motor.de/

Nicolette – Now Is Early (1992)


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„Als PJ & SMILY Anfang der Neunziger mit „Shut Up And Dance“ und ihrer stets merkwürdigen Mischung aus hochgepitchten HipHop-Beats, schäumendem Techno, elektrifizierter klassischer Musik, respektlosen Pop-Samples und allerlei anderen Spielerein die Clubs so richtig aufmischten, war man zunächst sprachlos. Kurze Zeit später ward dann der Begriff „Jungle-Techno“ erfunden; der Rest ist Geschichte. Für NICOLETTE haben sich PJ & SMILY musikalisch stets etwas zurückgehalten. Das Verrückte an der Zusammenarbeit war allein die Frage, wie in aller Welt eine Sängerin auf diese schnelle Art von Musik klarkommen sollte? Die Antwort hieß „Now Is Early“ und ist bis heute ein kleines Juwel aus einer kreativen Zeit, in der alles möglich schien und die Grundlagen für die heutige Jungle/Drum’n’Bass-Ära gelegt wurden. Warum das alles passiert ist, kann man aus NICOLETTEs persönlichen Geschichten von „No Government“ bis „School Of World“ heraushören, die ihr damals den Titel der „BILLIE HOLIDAY On Acid“ einbrachten. Solchen Kategorisierungsbeschreibungen zum Trotz finden sich in der Art und Weise, wie NICOLETTE ihre hohe, zuweilen fast piepsige Stimme zu formen versteht, viele, viele andere Einflüsse von afrikanischen Chants über eine klassische Ausbildung bis hin zu modernen Sprechgesangs-Variationen. Kurzum: die perfekte Begleitung zur Musik, bis heute unerreicht und im heutigen Drum’n’Bass leider so gut wie verschwunden“ (Quelle: http://www.intro.de/platten/kritiken/23022559)

Mitte Karaoke – Aufschlag (2002)

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„…die cheesy Mischung aus Mid-Fi-House und NDW-Revival lässt leicht vermuten, dass das Projekt schon seit längerem den Hauptstadt-Vibes ausgesetzt ist. Über einem grundsymphatischen Geglucker gerät man ins Schunkeln, muss sich aber unter anderem leider folgendes anhören: „Pandabär, Pandabär / Ich mag mich doch so sehr, doch so sehr / Pandabär, Pandabär / Ich mag mich immer mehr / Morgens im Club zu stehen / und auf die Uhr zu schauen / Und zu sehen wohin / die Pandabären gehen (…) morgens um halb acht / wird der Club zugemacht / Alle Bären müssen gehen / und dann kann ich’s endlich sehen / wie sich all die Pandabäre / gegen’s Sonnenlicht wehre“.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23029200)

Ministry

Psalm 69: The Way To Succeed & The Way To Sucks Eggs (1992)


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Livevideo auf youtube

„Auf Ministry’s The Mind is a Terrible Thing to Taste folgte dieses Album. Es zeigt die gleiche aggressive Haltung, aber sinkt auf ein düsteres und heftigeres Niveau. Das Auftakt-Stück „N.W.O.“ setzt Tonbandaufnahmen des damaligen Präsidenten George Bush ein, der nach einer „New World Order“ (Neue Weltordnung) ruft. Ministry liefert diese, indem sie ihr handwerkliches Können mit maschinengewehrartigen Tönen auf Thrash-Metal-Gitarren, hemmungslosen Schlägen und Gesängen, die die ganze Bandbreite vom wahnsinnigen Versteigerer der Verdammten („Jesus Built My Hotrod“) bis hin zu furchterregenden Schreien („Just One Fix“) abdecken, vermischen. Psalm 69 ist schnell und furios, ein ätzender Geschmack von Ministry, teuflisch und auf das höchste konzentriert.“

„Wer Marylin Manson oder Fear Factory verstehen will , aber auch wer wissen will wer das sehr bekannte Riffing von Rammstein beeinflußt hat, der kommt um dieses düstere, verstörende Juwel der Musikgeschichte nicht herum. Ein so großer Wurf ist Ministry leider nie wieder gelungen. „Psalm 69″ ist ein Stück Musikgeschichte. Wer Ministry bis jetzt überhaupt nicht kannte, der sollte sich N.W.O. anhören. Es ist erstaunlich, wie modern sich Musik anhören kann, die vor über 10 Jahren geschrieben wurde. Das Album sollte in keiner Sammlung fehlen.“ (Quelle: http://www.amazon.de/Psalm-69-Ministry/dp/B000002LR6)