Archiv der Kategorie: eLearning

Auf der Suche nach Offenen Bildungsressourcen

Bildquelle: https://oerhoernchen.de/suche

Open Educational Ressources könnten schon fast als alter Hut gelten, wenn es um die (freie) Nutzung digitaler Lernressourcen geht, so lang, wie dieses Thema schon diskutiert wird. Aber Diskussionsbedarf gibt es weiterhin. Denn allein die Frage, wie und wo sich derartige Lernressourcen finden, bringt sicher manchen Lehrenden und wohl auch Lernenden um den Schlaf. Bislang haben sich entsprechende Standards und deren Verwendung nicht etabliert und wohl nur die Eingeweihten wissen, was es mit den CC-Lizenzen auf sich hat und wie man diese maschinenlesbar in die eigenen Lernressourcen integriert. (Das Thema „Standardisierung“ im E-Learning ist nicht umsonst ebenfalls ein ungeliebter Dauerbrenner, bei dem es nur langsam vorwärts geht und die Faktoren Technik-Mensch meines Erachtens vor allem an der Usability scheitern.)

Matthias Andrasch von der Uni Köln hat sich dem Problem der Suche nach OER im Netz angenommen und das OER-Hörnchen entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Suchmaschine, die schlichtweg maschinenlesbare cc-Lizenzen bei Suchanfragen ausliest und ausgibt. Hier kann der Suchende

  • auf (deutschprachigen) OER-Projektseiten suchen,
  • andere Bildungsangebote in die Suche einbeziehen (die nicht ausschließlich OER anbieten),
  • auf Medienplattformen, Blogs und Portalen nach OER durchforsten und
  • eine Suchanfrage im gesamten Netz starten.

Sehr guter Ansatz!

Also: Alles weitere auf
https://oerhoernchen.de/

Jetzt müssten nur noch alle Ersteller von OER diese auch entsprechend auszeichnen. Das wäre was…

Handbuch E-Learning. 5. erweiterte und überarbeitete Auflage beim UTB erschienen

Quelle: https://www.utb-studi-e-book.de/media/catalog/product/cache/1/thumbnail/600x/17f82f742ffe127f42dca9de82fb58b1/9/7/9783838549651.jpg

Da ist es: Das Handbuch E-Learning in der 5. Auflage. Erstmalig beim utb erschienen und erstmalig mit einem Stichwortverzeichnis! Darüber freuen wir uns als Autoren sehr, denn das war in den letzten Auflagen ein berechtigter Kritikpunkt (der weniger uns Autoren angelastet werden kann, aber das ist eine andere Geschichte).  Meines Wissens soll es auch als E-Book verfügbar sein (ist auch angekündigt), aber ich fand bislang noch keinen Code im Buch, um das Handbuch herunterladen zu können. 

Insgesamt haben wir das Buch wieder überarbeitet und an den Stand der aktuellen Diskussion im E-Learning angepasst. Einige Themen fielen der Überarbeitung „zum Opfer“, andere wurden dafür aufgenommen. So gibt es hoffentlich, trotz seines durchaus massiven Umfangs, Personen Orientierung, die sich in den Bereich es E-Learning einarbeiten wollen. Dank der Strukturierung im Buch ist es nicht notwendig, dieses komplett durchzuarbeiten, sondern man kann sich je nach Bedarf in die entsprechenden Passagen einlesen. Somit gibt es einen ersten (aber auch zweiten tiefergehenden) Einblick in die jeweilige Materie, über virtuelle Bildungsräume, Didaktik, Qualität, Standardisierung, Bildungsressourcen, Lehr- und Lernkompetenzen, Lernerfolg, Implementierung, Evaluation oder auch Rechtsgrundlagen.

Ich hoffe, dass wir mit diesem Werk Personen unterstützen, die sich mit E-Learning auseinandersetzen. Durch die Digitalisierungsstrategien kommt ja nochmal/wieder Schwung in die Diskussion…

Das Buch bei utb: http://www.utb-shop.de/catalog/product/view/id/9849/

 

Horizon Report 2017 – Lerntechnologien integrieren und Lernen fokussieren

(Quelle: https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQcTgecjb8kPFqJd8kjcpTVQaYkndghKxr5hEHN6TPwodeebs1p)

Auf dem Rückweg von der GMW-Tagung „Bildungsräume“ fand ich endlich  Zeit, mir den nicht mehr ganz so neuen Horizon Report anzusehen. Zu dessen erscheinen zwitscherten schon vor Monaten alle (sozialen) Medien.

Der Report hat sich ja (nicht nur) in der E-Learning Community einen Namen gemacht, da hier die zu erwartenden Trends des Einsatzes von Lerntechnologien in die Hochschullehre für die kommenden Jahre von einer Expertengruppe prognostiziert wurden. Zwar gibt es auch in diesem Jahr wieder Hinweise auf lehr- und lerntechnologische Entwicklungen , aber viel spannender ist meines Erachtens, dass der Report diese weniger stark fokussiert und seinen Blick deutlicher  auf Themen legt, die das Lehren und Lernen sowie die Organisation von Bildungsräumen an sich betreffen. 

Schon beim Blick in die Zusammenfassung der Ergebnisse zeigt sich, dass als erster Punkt Lehrkulturen und Studierendenerfolge genannt und damit als zentral angesehen werden! Aber auch der Erwerb von praktischen Kompetenzen (wobei entsprechende Technologien sinnvoll zu integrieren sind) und Prozesse zur Einschätzung unterschiedlicher (auch informell erworbener) Kompetenzstufen sowie die Bedeutung des Erwerbs von Medienkompetenzen, nicht nur verkürzt verstanden als Mediennutzungskompetenz (vgl. Medienkompetenzbegriff nach Dieter Baacke), zeigen, wie deutlich sich der Schwerpunkt von der Technologie hin zur Gestaltung von Lehrprozessen und die Unterstützung von Lernprozessen verlagert. 

Blickt man in die zu erwarteten Trends, so stellen die Beförderung von Innovationskulturen an Hochschulen inklusive der Forderung, Scheitern als Teil des institutionellen Lernprozesses zu verstehen sowie der verstärkte Einsatz von Deeper Learning Methoden und die damit verbundene Kompetenzorientierung zwei langfristige Trends dar, die in den kommenden fünf Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Mittelfristig, so der Horizon Report, sind die Messung von Lernprozessen für einen Kompetenzerwerb sowie die Neugestaltung von physischen (!) Lernräumen  zur Förderung von Projektarbeit, Mobilität, Flexibilität oder mixed reality Technologien (im Handbuch E-Learning 2015; (5. Auflage wohl noch 2017) von Arnold et al. als Hybrider Bildungsraum bezeichnet) zwei Bereiche, die erwartbar sein dürften. Aktuelle Trends stellen der verstärkte Einsatz von Blended-Learning, der Ausbau von Lernplattformen sowie Formen kollaborativen Lernens dar. Insgesamt, so zeigen die Trends, geht es jetzt (zumindest meines Erachtens) deutlich stärker um Fragen der Gestaltung von Lehr-Lern-Arrangements, der Kompetenzentwicklung etc., wobei immer wieder auch Technologien, wie z.B. Cloud-Dienste, Apps etc. erwähnt werden.

Ebenso sind die benannten Herausforderungen weniger technischer Natur als vielmehr in den Bereichen der Personal-, Organisations- und Lehrentwicklung zu verorten. So sieht der Report die Entwicklung von Medienkompetenzen bei allen Akteuren, die Zusammenführung von formalen und informellen Lernen und die Kultivierung des Lebenlangen Lernens als bewältigbar an. Schwerer hingegen scheinen Hürden wie die Überwindung der Ausbildungskluft, vor allem bedingt durch soziale Ungleichheiten mit den damit verbundenen Problemen (erschwerter Zugang zu Bildung, Heterogenität der Lernenden) sowie die Überwindung des digital gap auf globaler und innergesellschaftlicher Ebene zu sein. Als echte Herausforderungen werden der Rollenwechsel bei Lehrenden sowie die Entwicklung Kompetenzorientierter Lernangebote beschrieben. (Zu letztgenannten Punkt gibt es wohl kommenden Monat einen Kriterienkatalog, der gerade in Veröffentlichung ist und hoffentlich Lehrenden bei der Gestaltung kompetenzorientierter Ansätze hilft.)

Insgesamt, so denke ich, hat der Horizon Report damit die wirklich wichtigen Themen aufgegriffen, die für die gelingende Gestaltung von Lehre in den kommenden Jahren von Relevanz sein dürften oder könnten. 

Mein Dank gilt an dieser Stelle wie wie jedes Jahr Helga Bechmann vom Multimedia Kontor Hamburg für ihre ausgezeichnete Arbeit an der deutschen Version des Report und ihre freundliche Erinnerung, dass wieder ein Jahr herum ist 🙂

Der Horizon Report 2017 ist hier frei verfügbar: https://www.nmc.org/publication/nmc-horizon-report-2017-higher-education-edition-de/

Lehren und Lernen online. Lehr- und Lernerfahrungen im Kontext akademischer Lehre

Vor einigen Monaten (!) flatterte mir das Buch „Lehren und Lernen online. Lehr- und Lernerfahrungen im Kontext akademischer Lehre“, herausgegeben von Hedwig Rosa Griesehop und Edith Bauer (2017) auf den Schreibtisch. Da ich gerade selbst viel zu schreiben hatte und habe, kam ich gar nicht dazu, es hier kurz vorzustellen. Ein Blick in das Werk lohnt sich für alle, die sich weniger mit technischen Fragestellungen im E-Learning beschäftigten, als vielmehr didaktischen Fragestellen nachgehen und sich didaktische Inspirationen sowie theoretische Fundierungen zur Gestaltung netzbasierter Lehr-Lern-Szenarien holen möchten. Denn der Sammelband „verfolgt mit der Präsentation und Diskussion neuer, unter dem Einfluss von Konstruktivismus und Subjektwissenschaft entstandener didaktischer Modelle für eine onlinebasierte Lehrpraxis ein explizit theoretisches Anliegen, in der Auseinandersetzung mit ganz konkreten Herausforderungen dieser Praxis aber auch ein praktisch-methodisches Interesse“ (S. VI). Damit fokussiert der Band „auf den mit dem Bologna-Prozess angestoßenen Wandel hochschulischer (…) Lernkultur, der im Paradigmenwechsel vom Lehren zum Lernen (…) zum Ausdruck kommt“ (ebd.) Damit soll das Buch vor allem Hochschullehrende ansprechen, die  den Wandel zu ko-konstruktiven, neuen und virtuellen Lehr-Lernarrangements suchen und vollziehen. 

Im ersten Teil des Buches wird sich dem Thema der Reflexionen als wesentliche Voraussetzung onlinebasierter Studienformate – ein Kriterium kompetenzorientierter Lernarrangements (vgl. Kilian 2017, in Veröffentlichung) – genähert, während im zweiten Teil vor allem medien- und lerntheoretische Fundierungen digitaler Hochschullehre vorgestellt werden. Der dritte Teil liefert zentrale Impulse für die Praxis digitaler Lehr-Lernprozesse. Insofern stellt das Buch einen reichhaltigen Fundus bereit, die eigene Lehre – nicht nur an Hochschulen – kreativ zu bereichern. 

Ein Inhaltsverzeichnis findet sich hinter folgendem Link: http://www.springer.com/

Bildung in der digitalen Welt: 27.6.16 ist E-Learning Tag in Rheinland Pfalz

Am 27.6.16 findet am Standort Koblenz der Universität Koblenz-Landau der nächste E-Learning Tag Rheinland Pfalz statt. Das Programm ist soweit zusammengestellt und es sind spannende Themen und Beiträge zu erwarten. Der E-Learning Tag Rheinland-Pfalz wird dieses Jahr zusammen mit den 14. Koblenzer eLearning Tagen (KELT) durchgeführt. Zentrale Themen sind dieses Jahr:

  • Medienkompetenz
  • open educational ressources
  • Digitalsierungspolitik und -strategie sowie
  • Selbstlernen digital

Neben den Themen-Tracks am Nachmittag, in denen Referenten aus ihren Erfahrungen berichten, gibt es am Vormittag einige spannende Vorträge. Zu hören sind:

  • Prof. Dr. Michael Kerres (Uni Duisburg-Essen) „Vom E-Learning zur Digitalisierung von „Studium & Lehre“ : Perspektiven für die Hochschulentwicklung“
  • Prof. Dr. Henning Lobin (Uni Gießen) „Auf dem Weg zur Digitalkultur?“
  • JProf. Dr. Mandy Schiefner-Rohs (TU Kaiserslautern) „Medienkompetenz revisited – Anforderungen, Herausforderungen, Überforderungen?“

Derzeit besteht noch die Möglichkeit zur kostenfreien Anmeldung, auf die ich an dieser Stelle gern hinweisen möchte.

Horizon Report 2016 in deutscher Sprache erschienen

Der Horizon Report ist mittlerweile eine feste Größe und läutet seit ca. 20 Jahren so etwas wie das „neue E-Learning Jahr“ ein, da in ihm insbesondere die technischen E-Learning Trends „der nächsten Runde“ aber auch Herausforderungen und Lerntechnologien forschungsbasiert prognostiziert werden.  Und seit vielen Jahren zeichnet sich Helga Bechmann vom Multimedia Kontor Hamburg für die deutschsprachige Fassung aus, die sie sehr gewissenhaft übersetzt und zuverlässig im Frühjahr liefert. Auch dieses Jahr gilt ihr daher großer Dank für diese Arbeit!

Who’s hot and who’s not? Eine im Report zu findende Grafik zeigt die Trends, Entwicklungen und Herausforderungen, die nach Ansicht der Autoren in den nächsten fünf Jahren auf die Hochschulen zukommen könnten.

Quelle: Johnson, L., Adams Becker, S., Cummins, M., Estrada, V., Freeman, A., und Hall, C. (2016). NMC Horizon Report: 2016 Higher Education Edition: Deutsche Ausgabe (Übersetzung: Helga Bechmann, Multimedia Kontor Hamburg). Austin, Texas: The New Media Consortium. http://www.mmkh.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/2016-nmc-horizon-report-he-DE.pdf, S.3, CC-BY 4.0
Quelle: Johnson, L., Adams Becker, S., Cummins, M., Estrada, V.,
Freeman, A., und Hall, C. (2016). NMC Horizon Report: 2016
Higher Education Edition: Deutsche Ausgabe (Übersetzung:
Helga Bechmann, Multimedia Kontor Hamburg). Austin, Texas:
The New Media Consortium. http://www.mmkh.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/2016-nmc-horizon-report-he-DE.pdf, S.3, CC-BY 4.0

 

Während die kurzfristigen Entwicklungen und Trends doch schon deutlichen Einzug in die Hochschullehre gehalten haben, bin ich gespannt, wie sich die  mittel- und vor allem langfristigen Prognosen bewahrheiten.

Jochen Robes vom weiterbildungsblog.de hat sich die Mühe gemacht, die Voraussagen des Horizon Reports der Jahre 2004-2011 zusammenzufassen (vgl. http://www.weiterbildungsblog.de/2011/02/08/7-jahre-horizon-report/). Ganz interessant, zu sehen, was vor einigen Jahren als the next big thing eingestuft wurde und wie es heute damit ausschaut…

Horizon Reports 2004-2011

Es bleibt also spannend, was das Lernen und Lehren mit digitalen Medien und die damit verbundenen Entwicklungen angeht…

Wer sich tiefergehend mit den Trends, Herausforderungen und technischen Entwicklungen beschäftigen möchte, kann unter folgendem Link den Report (de) kostenfrei herunterladen: http://www.mmkh.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/2016-nmc-horizon-report-he-DE.pdf