Alle Beiträge von Lars Kilian

Pink Floyd – Wish You Were Here (1975)

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Muss man über dieses Album wirklich noch Worte verlieren? Getreu dem Motto: „Es ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem“? Eigentlich nicht. Jedoch ist es eins der Alben, die mich wohl bzgl. der Entwicklung meiner Begeisterung für Musik nachhaltig beeinflussten. Dieses Album drang etwa 1983 an meine Ohren, im zarten Alter von 10-11 Jahren. Damals blühte eigentlich der 80er Pop gerade auf, der mit seinen Synthieklängen und durchgestylten Melodien Begeisterung hervorrief und dessen Grundgerüst sich gefühlt bis heute in einigen Genres wacker hält. Mich nerve das ziemlich und ich entdeckte Gruppen wie 16 Bit, Kraftwerk oder etwas später wohl auch DAF über verschlungene Quellen. Pink Floyd hingegen konnte man tatsächlich hinter der Mauer 1983 mit etwas Glück als Amiga-Pressung kaufen. 

Und der Sound hatte in der damaligen Zeit etwas sehr eigenes, sphärisches, dichtes, das er für mich bis heute erhalten hat. Mir erschloss er sich nicht gleich, jedoch begeisterte mich die Qualität der Aufnahme in den 80er Jahren. Mit den Kopfhörern meines Bruders lauschte ich diesem Konzeptalbum, erfreute mich den Nuancen der Sounds, den Samples der Stimmen und dem Gesang. Das war Stereo! Ganz großartig: Das Intro des titelgebenden Songs „Wish You Were Here“, der mir  bis heute in so manch emotionalem Moment durch den Kopf geistert. Durch diesen kleinen Nebeneffekt, der Freude am Stereo, hörte ich das Album immer und immer wieder und so brannte sich wohl der Sound in meine Hirnrinde… Eine, wie ich finde, glückliche Entwicklung des Schicksals. Denn was würde ich heute hören, wäre ich damals Modern Talking und Co verfallen? 🙂

The Heavy – The Glorious Dead (2012)

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Fat! HipHop meets Soul meets  Blues meets BigBeat meets Funk meets… Ein rauher, roh, eklektisch. The Heavy eroberten mein Ohr im Sturm mit den selbstproduzierten Alben, frei jedweder Konventionen. Gemacht wird, was Spaß macht, was kracht und was berührt. Die Briten liefern mit „The Glorious Dead“ erneut eine Dampfwalze, die sich durch den Einheitsbrei der Musiklandschaft wälzt um Platz zu schaffen für Neues. Im Radio hörte ich sie, trotz ihrer großen Erfolge (Gold für ihre Single „How YOu Like Me Now?“, Zugaben in der Letterman-Show, Musik für Bierwerbung und TV-Serien…) noch nicht. Macht nichts, es gibt ja die CDs.

,,Wieder einmal mobilisieren sie eine Energie, die nicht jede Band vorzuweisen hat. Im Vergleich zu den bisherigen beiden Alben klingen sie sogar noch wuchtiger.“ (musikexpress, September 2012)

,,Ziemlich durchgeknallt geht das britische Quartett The Heavy zu Werke.“ (Rolling Stone, September 2012)

,,Garagenrock, Gospeliges, Old-School-Soul mit Stax-Zitaten, die Gossenästhetik eines Tom Waits und Klänge wie aus 50’s Gruselfilmen verquirlt man zur aberwitzigen Mixtur.“ (Stereo, Oktober 2012)

Elementar – Die inszenierte Abtei

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Am 8.9.17 gab es ein musikalisches und vor allem auch visuelles Highlight in Otterberg. Die dortige Abteikirche wurde zur Projektionsfläche für Arbeitsergebnisse Studierender der Studiengänge Innenarchitektur und Virtual Design der Hochschule Kaiserslautern. Die Studierenden setzten die wechselvolle Geschichte der Abtei mittels multimedialer Installationen um, die für die Besucher_innen nicht nur einen historisch eindrucksvollen Einblick bot, sondern auch zeigte, welches kreatives Potential und welche Skills im Studium erworben werden. Eine tolle Veranstaltung, auf der ich ein paar Bilder schoss…

Zum Einsatz kam übrigens bei diesen Aufnahmen das Voigtländer 17/0.95 am der Olympus E-M1. Eine sehr gute Kombination

Handbuch E-Learning. 5. erweiterte und überarbeitete Auflage beim UTB erschienen

Quelle: https://www.utb-studi-e-book.de/media/catalog/product/cache/1/thumbnail/600x/17f82f742ffe127f42dca9de82fb58b1/9/7/9783838549651.jpg

Da ist es: Das Handbuch E-Learning in der 5. Auflage. Erstmalig beim utb erschienen und erstmalig mit einem Stichwortverzeichnis! Darüber freuen wir uns als Autoren sehr, denn das war in den letzten Auflagen ein berechtigter Kritikpunkt (der weniger uns Autoren angelastet werden kann, aber das ist eine andere Geschichte).  Meines Wissens soll es auch als E-Book verfügbar sein (ist auch angekündigt), aber ich fand bislang noch keinen Code im Buch, um das Handbuch herunterladen zu können. 

Insgesamt haben wir das Buch wieder überarbeitet und an den Stand der aktuellen Diskussion im E-Learning angepasst. Einige Themen fielen der Überarbeitung „zum Opfer“, andere wurden dafür aufgenommen. So gibt es hoffentlich, trotz seines durchaus massiven Umfangs, Personen Orientierung, die sich in den Bereich es E-Learning einarbeiten wollen. Dank der Strukturierung im Buch ist es nicht notwendig, dieses komplett durchzuarbeiten, sondern man kann sich je nach Bedarf in die entsprechenden Passagen einlesen. Somit gibt es einen ersten (aber auch zweiten tiefergehenden) Einblick in die jeweilige Materie, über virtuelle Bildungsräume, Didaktik, Qualität, Standardisierung, Bildungsressourcen, Lehr- und Lernkompetenzen, Lernerfolg, Implementierung, Evaluation oder auch Rechtsgrundlagen.

Ich hoffe, dass wir mit diesem Werk Personen unterstützen, die sich mit E-Learning auseinandersetzen. Durch die Digitalisierungsstrategien kommt ja nochmal/wieder Schwung in die Diskussion…

Das Buch bei utb: http://www.utb-shop.de/catalog/product/view/id/9849/

 

The Orb – U.F.Orb (1992)

1992 lieferten The Orb mit U.F.Orb ihr zweites Studioalbum auf den Markt ab, dass es sogar auf Platz 1 der britischen Charts schaffte. In Erinnerung bleibt es u.a. durch den Titel „Blue Room“, der mit knapp 40 Minuten als längste Single in die Geschichte der UK Charts einging und den Hörern damals wohl einiges an Geduld abforderte 🙂

Das Album ist stark an den Ambientarbeiten von Brian Eno  und dem Dub von Lee Perry orientiert und kehrt sich von der Tanzbarkeit ab. Angereichert mit zahllosen, aber nicht zufälligen, Soundschnipseln schaffen The Orb hier sowas wie ein Hörspiel, dem der Zuhörer in Gänze folgen und darin versinken kann, aber nicht muss. Genauso gut kann  U.F.Orb auch beiläufig/im Hintergrund laufen und so dem Raum einen eigenen Anstrich verleihen.

Insgesamt m. E. eines der besten Alben von The Orb überhaupt und eines ihrer Visitenkarten.

Nick Cave And The Bad Seeds – Murder Ballads (1996)

Die Mörder-Balladen waren für NIck Cave und seine Gruppe eins der größten Erfolgsalben. Vor allem der Song „Where the Wild Roses Grow“, ein Duett mit Kylie Minogue, begeisterte – wobei er sich musikalisch doch deutlich von den restlichen Songs unterschied. Dies bereitete wohl auch Nick Cave einige Bauchschmerzen, da das Video in den Musikkanälen hoch- und runtergespielt wurde und Cave Bedenken äußerte, dass die Leute vom Rest des Albums enttäuscht sein werden, wenn sie sich das Album kauften. Die Kritiker begeisterte das Werk jedoch ziemlich einstimmig – und das zu Recht. In diesem morbid dunkelsüßen Konzeptalbum geht es – surprise – um Balladen über das Morden. Nicht verwunderlich, dass sich hier Nick Cave mit und durch seine Art so genüsslich Breit macht. Geschichten über anonyme Mörder, Dialoge zwischen Mörder und Opfer und viele weitere Geschichten, die Cave in seinen musikalischen Psychogrammen auf- und abarbeitet. Keine Musik für das Lagerfeuer oder zum Einschlafen… Oder doch?

Get Well Soon – The Scarlet Beast O’Seven Heads – La Bestia Scarlatta Con Sette Teste (2CD) (2012)

Ich gestehe: Jan Böhmermann ist nicht mein Liebling. Nicht zuletzt aufgrund einer Sendung, bei der Konstantin Gropper zu Gast war, um seine CD zu promoten und für mein Gefühl aus der ganzen Aktion nicht gut rauskam. Zu schrill, zu schnell, zu bunt ist die Welt, die Böhmermann und Roche in ihrer Talkshow einst zauberten (oder sind die noch auf Sendung?). Wer sich die Musik von Get Well Soon anhört, wird merken, dass hier die Ruhe, Getragenheit und Schönheit zum Ausdruck kommen, wie man sie nur selten findet. Gropper schafft Welten, die mich sofort in ihren Bann ziehen und nicht mehr entlassen. Egal ob zu Hause über die Anlage, mit Kopfhörern auf dem Ku`Damm oder im Wald, bei feurigen Sonnenaufgängen und in verregneter Abenddämmerung.  Ein Kosmos voller Glanz, Hoffnung, Wärme, Utopien und Wünsche, auch wenn das vorliegende Album eine „Hommage ans italienische Horrorkino der Siebziger“ (Quelle) ist und sich der Illusion des Weltuntergangs „The whole world is going to hell“ widmet. Nicht ganz zu unrecht wurde es als das „mondänste und anspruchsvollste Pop-Album des Jahres“ (Quelle) gehandelt.

Julee Cruise – Floating Into The Night (1989)

Darf man ein solches Album, ein weiteres Fundstück in meiner Sammlung,  am 1.1.2018 noch vorstellen? Der große Hype um #TwinPeaks im letzten Jahr (2017) ist einigermaßen durch, wenngleich die sozialen Medien immer noch viel zu berichten haben. Und darüber hinaus werden die Tage nun auch definitiv wieder länger und laden dazu ein, beschwingtere Töne aus der Anlage rieseln zu lassen.

Denn mit „Floating Into The Night“ stellte Julee Cruise 1989 ihr Erstlingswerk vor, auf dem zahlreiche Stücke zu finden sind, die nicht nur bei „Twin Peaks“ zu hören (und zu sehen) waren, sondern auch im Film „Blue Velvet“. So verwundert es nicht, dass hier Angelo Badalamenti (Komposition) und David Lynch (Lyrics) selbst mitwirkten und produzierten. Wenn das nicht vielversprechend klingt…?

Damit ist die Hörrichtung klar: Mysteriös, schwebend, dunkel, zart vibrierend, verträumt und zeitlos. Und somit allemal  wert, noch 2018 daran zu erinnern.

Weitere Quellen: