Peaches – I Feel Cream (2009)

Das Cover lügt nicht: Peaches goes Disco!? Den Dancefloor hat sie ja sicher schon erobert, aber nun kommt Glitzer und Lametta ins Haus und sie läuft damit Madonna durchaus den Rang ab.  …oder macht ihn ihr zumindest streitig. Für ihr viertes Album wühlt Peaches tief in der Kiste des Electroclash und arbeitet mit einigen Größen wie Soulwax, Simian Mobil Disco, Gonzales oder Drums of Death zusammen. Und eigentlich ist dieser Griff zur Discokugel, nach einer gefühlten halben Ewigkeit als Rock-Trash-Power-Queen, eine logische Konsequenz und Fortführung des Stils. Denn der ist doch eigentlich, sich selbst treu zu sein und keinen Konventionen zu unterwerfen. Und wenn die Lust auf Disco kommt, dann darf man dieser auch ungeniert nachgehen.  Ist damit die „Rrrriot-Girl-Phase“ durch? Na, nicht ganz. Nicht nur, dass das auf „I Feel Cream“ folgende Album wieder ganz andere Töne von sich gibt, auch auf dem Discoalbum findet Peaches ihre „Feuchtgebiet“ und bekennt „I’m a stage whore / I command the floor„, was man ihr glauben darf…
In diesem Sinne: Licht aus – Spot an!

Frittenbude – Nachtigall (2008)

Ravepunk mag ich ja seit der akustischen Begegnung mit Saalschutz. 110% Energie und gute Laune vertreiben Trübsinn und Schwere an grauen Tagen. Frittenbude aus München  haben davon jede Menge im Gepäck und seit ihrem legendären Auftritt auf dem Parkplatz vor dem Melt! Festival bewiesen, dass sie es mit dem Spaß auch wirklich ernst meinen. Luftige Melodien auf schweren „Basslastern“ graben sich vor zur „Hirndisco“ von „Superschnitzelkönig und Superschnitzelqueen“, während Frittenbude ruft: „Wir suchen ein Label mit Knebelvertrag, dass uns komplett in Verruf bringt““ Derartige Wortschöpfungen zeigen, wohin die Reise bei Frittenbude geht. Bleibt nur noch die Frage für ich offen, ob sie die ersten mit den Pandabären waren und dieses Tier in die Szene einführten…? 

Spam-Spaß

Spam ist lästig – und manchmal auch lustig. Sicher hat jeder schon obskure Angebote erhalten, Geld von irgendwoher zu bekommen, weil ein die Tochter des Schwippschwagers eines nahen Verwandten des Chaffeurs eines Ölmultis… Naja, lassen wir das. Die Storys sind oft wild, die Übersetzungsmaschinen tun ihr übriges.

Jüngst erhielt ich einen wirklich überdurchschnittlichen Spam hier im Blog, den ich gern teile. Unglaublich, was sich die Leute so einfallen lassen, damit man sich Viren oder anderes auf den PC lädt. (Die URL hab ich übrigens selbst unbrauchbar gemacht, nicht dass hier jemand noch versehentlich Schadsoftware runterlädt :-).

Author: Angela Merkel Jugend Naktfotos Leak (IP: 37.58.58.7, 37.58.58.7) Email: JaqXXXXBailXXXX@gmx.net URL: https://files.XXXXbox.moe/dyn3nc.zip Comment: Ach du Scheiße, wasn hier los…? Da hat n Hacker NAKTBILDER von Kanzlerin ANGELA MERKEL in deinen Blog hochgeladen! Wie geht das denn man? Wasn FETTER Leak! Fotos guckst du hier: https://files.XXXXbox.moe/dyn3nc.zip (habe dir den Link mal geshortet, damit es nicht ganz so offensichtlich ist, dass die Fotos auf deinem WordPress gehostet werden. Einfach Runterladen und Extrahieren !!! Kannst alles sehen… ALLES ! Von UNSERER deutschen Kanzlerin ! Ist KEIN Witz ! Sogar 1 Fotos ist dabei, wo sie nur 19 Jahre alt ist (Passwort für dieses ganz spezielle Foto lautet: 123). Die war sogar sexy damals, was man heute leider ja nicht mehr sagen kann. LOOOOL…

Human Don’t Be Angry – Human Don’t Be Angry (2012)

Der Albumtitel erinnert schon ein wenig an „Don’t Panik!“ aus „Per Anhalter durch die Galaxis“, oder?  Und das Cover passt so gar nicht zum Titel und beunruhigt zumindest mich dann doch ein wenig… Aber: „Keine Panik“ 😀 „Human don’t be angry“ ist eine versteckte Perle im Musikgeschäft: Wer sie beim Tauchen in den Tiefen der Musikveröffentlichungen nicht findet, ist nicht traurig. Aber der sie findet, dem könnte das Herz etwas höher schlagen.  Malcolm Middleton, der sich hinter dem Projekt verbirgt, rettet die 80er Jahre der elektronischen Musik ganz geschickt in unser Jahrzehnt herüber, ohne dabei nostalgisch zu werden oder sich über die simplen Klänge dieser Musik zu amüsieren. Eine bunte Gemengelage von Computergeblubbel, 8-bit Stimmen, Vocodergeschredder  und derlei Späßen. Middleton (sonst als andere Hälfte von Arab Strap aktiv) hat das Händchen, schöne, warme und zurückhaltende Melodien aus diesen Sounds zu basteln. Assoziationen zu AIR finde ich nicht irgendwie passend, Noah And The Whale könnten derartige Musik gemacht haben, würden sie sich dem elektronischen zuwenden (wobei dann der schöne Gesang fehlen würde – dann lieber doch nicht!) und bei Mike und Rich finden sich ebenfalls nicht nur Parallelen zum Cover.

Human Don’t Be Angry ist bereits Middletons sechstes Album unter diesem Pseudonym. Ich muss mir doch mal die anderen anhören….

Bemerkenswert ist auch das Video „1985“. Eine schöne Idee, ein Familienspiel als Grundlage für einen actiongeladenen Wettkampf zu nehmen, inklusive der „Replay“ Einblendungen aus den 80er Jahren und Stereovideobild – vorausgesetzt, man hat noch die lustigen Brillen mit roter und grüner Folie.

Dota – Die Kleingeldprinzessin Und Die Stadtpiraten (2003)

Hörprobe

Das Erstlingswerk der begnadeten und äußerst sympathischen Kleingeldprinzessin Dota Kehr und ihren Stadtpiraten.

„Schon vor den Stadtpiraten sammelt Dota musikalische Erfahrung, zunächst als Saxophonistin und Sängerin in verschiedenen Bands. Später schreibt sie eigene, deutsche oder spanische Songs auf der Gitarre. Kehr reist durch die ganze Welt, verdient ihr Geld als Straßenmusikerin, bringt viele Erfahrungen und einen Spitznamen mit nach Deutschland: die Kleingeldprinzessin.

Als sie 2003 von einer ihrer Weltreisen wieder nach Berlin zurück kommt, trifft sie auf Jan Rohrbach (E-Gitarre), Sebastian Vogel (Bass) und Janis Görlich (Schlagzeug): Die Stadtpiraten sind geboren. Noch im selben Jahr erscheint die erste CD, „Die Kleingeldprinzessin“. Dank kluger Texte und ungewöhnlicher musikalischer Untermalung erspielen sich die Stadtpiraten mit der Zeit eine kleine, aber dennoch sehr treue Fangemeinde – „upernette Leute, aufgeschlossen, politisch links, viele kreative Menschen jeden Alters„, charakterisiert Kehr ihr Publikum.“ (Quelle: http://www.laut.de/Dota-Und-Die-Stadtpiraten)

Gleich das erste Stück des Albums „Öffentlicher Nahverkehr“ hat mich mit seinem Text und der Art des abwechslungsreichen Gesangs erfreut und mir zwang sich der Wunsch auf, doch noch etwas mehr von der Gruppe zu hören. Und was ich so hörte, gefiel mir sehr gut. Sehr lebendig, nicht plakativ, authentisch, bunt und viele andere Assoziationen schwappten durch den Kopf. Daher drängen sich nun bereits einige CDs von ihr in meinem Regal und erfreuen mich. 

Zur Webseite: http://kleingeldprinzessin.de/

HGich.T – Lecko Grande (2012)

Zugegeben. Mein CD-Regal ist gefüllt mit Ohrwürmern, freundlicher Hintergrundmusik und anderen Nettigkeiten für mein Trommelfell. Aber nicht nur. Es gibt auch einiges absonderliches, dass ist mir bewusst. Denke ich z.B. an die Soundexperimente von Ryoji Ikeda, das Oszillieren von Pansonic oder die Endlosschleifen von Oval, weiß ich, dass ich das nur allein hören darf. HGich.T reiht sich in diese Gattung – ich nenne sie mal asoziale Musik, weil mein soziales Umfeld dabei weg rennt – ein. Sie haben mich irgendwann auf Youtube „gewonnen“ und ich war erschrocken fasziniert. Wie bei einem Horrorfilm, bei dem man zwischen den Fingern der Hand hindurchschaut, wenn das Böse kommt. Ist das Trash? Ist das DADA? Ist das noch Real? Oder kann das schon weg? Einen Abend hangelte ich mich von Video zu Video und war, ja, erschrocken fasziniert. So musste ich mir das nochmal als Album anhören. Vielleicht steckt da ein Konzept dahinter? Ganz sicher ist man sich da nicht. Auch bei der Kulturzeit oder beim Spiegel online war man ratlos, wie diese Form musikalischen Ausdrucks zu bewerten wäre. Naja, halten wir es wie die Großen „Kunst ist das, was ihr draus macht!“ Oder um laut.de zu zitieren: „Nur unter vorübergehender Auslöschung großer Teile der Persönlichkeit kann man den Tonträger einigermaßen überstehen.“ (http://www.laut.de/HGich.T/Alben/Lecko-Grande-87193). In diesem Sinne eine schöne Lecko Grande. 

Die große mp3-Schatzkiste von HGich.T auf deren Webseite: http://www.hgicht.de/Lieder/Liedseite.html

Bilder der Ausstellung „Krieg und Frieden“ jetzt online

„Werte über Bord!“ (Noahs Alptraum) von Lars Kilian

Für alle, die die Ausstellung „Krieg und Frieden“ der Foto- und Labor AG der TU Kaiserslautern verpasst haben, gibt es nun selbige in digitaler Version. Das Thema „Krieg und Frieden“ ist Semesterthema an der TU und CampusKultur organisiert dazu neben der Fotoausstellung verschiedene sehens- und besuchenswerte Veranstaltungen.

Hier der Link zur digitalen Galerie: 

Bilder der Ausstellung „Krieg und Frieden“

Muslimgauze – Turkish Berlina (2013)

Turkish Berlina ist ein weiteres Album aus dem in den 90er Jahren verstorbenen Bryn Jones. Die Stücke stammen wohl aus der Zeit von 1997 und sind mehr oder minder an die Originale angelehnte Remixes, die sich im Nachlass von Jones fanden und eine Mischung von Sounds aus dem Nahen Ost und deren elektronischer Verfremdung im typischen Anstrich von Muslimgauze, wobei sie nicht allzu sehr vom Industrial geprägt sind sondern eher einen sphärisch-meditativen Charakter haben.  Jedoch scheinen teilweise technoide Sequenzen durch, die beim Hören durchaus für Abwechslung und Aufmerksamkeit sorgen.  Die CD ist – wie viele andere Alben von Muslimgauze auch – auf 500 Kopien limitiert

Tunng – Good Arrows (2007)

Gute Pfeile gibt es immer mal wieder. Sei es bei Robin Hood, der sie für die Gerechtigkeit verschießt oder bei Amor im Auftrag der Liebe. Auch Tunng haben sie in ihrem Köcher bzw. auf ihrem dritten und vielfältigen Album nachgelegt, die man bei jedem Hören aufs Neue zu spüren bekommt . Sie verbreiten gute Laune, Leichtigkeit und Gelassenheit. Und bei jedem ihrer Songs glaubt man  Tunng sofort, dass sie die Guten sind. Aber wo viel Licht, da viel Schatten. Irgendwo in ihren bunten Arrangements des Folktronica verstecken Tunng „das Dunkel“, dass nur darauf lauert, den Hörer im heitersten und unachtsamsten Moment zu erschrecken. Also vorsicht!

„Ein bisschen Paul Simon und ein bisschen Bright Eyes, ohne altmodisch oder künstlich zu klingen – auf ihrem dritten Album haben Tunng den goldenen Schnitt zwischen poppigen Melodien, elektronischen Basteleien und folkig-melancholischen Stimmungen entdeckt. „Good Arrows“ ist ein Album, das bei jedem Anhören neue Facetten gewinnt. Zwischen den Wänden eines engen Kellers erschufen die Briten weite, verführerische Klangwelten.“ (Quelle: http://www.laut.de/Tunng/Alben/Good-Arrows-22068)

ClickClickDecker – Ich Glaub Dir Gar Nichts Und Irgendwie Doch Alles (2014)

Entweder werde ich älter und wandere biologisch bedingt Richtung volkstümliche Musik, Deutschrock oder ähnlich absonderliches oder es geht bergauf mit dem deutschen Musikerhandwerk. ClickClickDecker präsentieren 2014 ihr fünftes Album, das zwar vor Melancholie strotzt (falls sowas geht), aber dabei nicht in den Kitsch und das Klischee abdrifte (das geht!). Die gekonnte aber auch bescheidene Instrumentierung gepaart mit einer verkratzt gehauchten oder auch geschrienen Stimme beeindrucken wie der Donnergroll  im Gewitter, der eigentlich stets auf den Blitz folgt. Nicht zuletzt sind es aber die Lyrics, die dem Hörenden die Gemeinheiten des Alltäglichen unter einem poetischen Zuckerguss verkaufen. Sätze wie „Das Leben zieht seinen Schlitten, mitten durch dein Gesicht“ oder „Wenn ich irgendwas gut kann, dann mich daran nicht erinnern“ hallen in den Ohren nach, wenn das Album längst schon wieder im Cover ist. 

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