Sigur Rós – Valtari (2012)

Was sagen schon Metascores in der Musik aus? Ganz klar – nichts. Musik ist doch individuell. In der Komposition, Produktion und vor allem in der Wahrnehmung. Und bislang hat Sigur Rós für mein Gefühl bei jedem Album alles richtig gemacht. Auch hier kommt wieder die märchenhafte Mischung Islands zum Vorschein: leichte Kühle und Wärme, Licht und Schatten, Nebel und der Weite Blick über das Wasser… Wer in Island war, kann es sich vielleicht vorstellen (und Sigur Rós war einer von drei Gründen für mich, 2005 mal diese Insel zu besuchen). Sie liefern praktisch den Soundtrack zu dieser Insel. Meine Empfehlung für alle, die sich nach der EM auf den Weg dorthin machen. Packt die Musik von Sigur Rós ein und setzt euch die Kopfhörer auf, wenn ihr auf die Vulkane, Gletscher, Lavaebenen und das Meer schaut. Die Trolle werden kommen… Auf meinem Metascore locker 100%!

Sigur Rós – Varðeldur from Sigur Rós Valtari Mystery Films on Vimeo.

Sigur Rós – Varðeldur
Sigur Rós ‚Valtari‘ Mystery Film Experiment: Varðeldur by Clare Langan
http://www.sigur-ros.co.uk/valtari/videos/vardeldur-langan/
Taken from the „valtari mystery film experiment“ – more details: sigur-ros.co.uk/valtari/videos/
Valtari is available to purchase now: sigur-ros.co.uk/valtari/buy/

Bildung in der digitalen Welt: 27.6.16 ist E-Learning Tag in Rheinland Pfalz

Am 27.6.16 findet am Standort Koblenz der Universität Koblenz-Landau der nächste E-Learning Tag Rheinland Pfalz statt. Das Programm ist soweit zusammengestellt und es sind spannende Themen und Beiträge zu erwarten. Der E-Learning Tag Rheinland-Pfalz wird dieses Jahr zusammen mit den 14. Koblenzer eLearning Tagen (KELT) durchgeführt. Zentrale Themen sind dieses Jahr:

  • Medienkompetenz
  • open educational ressources
  • Digitalsierungspolitik und -strategie sowie
  • Selbstlernen digital

Neben den Themen-Tracks am Nachmittag, in denen Referenten aus ihren Erfahrungen berichten, gibt es am Vormittag einige spannende Vorträge. Zu hören sind:

  • Prof. Dr. Michael Kerres (Uni Duisburg-Essen) „Vom E-Learning zur Digitalisierung von „Studium & Lehre“ : Perspektiven für die Hochschulentwicklung“
  • Prof. Dr. Henning Lobin (Uni Gießen) „Auf dem Weg zur Digitalkultur?“
  • JProf. Dr. Mandy Schiefner-Rohs (TU Kaiserslautern) „Medienkompetenz revisited – Anforderungen, Herausforderungen, Überforderungen?“

Derzeit besteht noch die Möglichkeit zur kostenfreien Anmeldung, auf die ich an dieser Stelle gern hinweisen möchte.

Kombinat 100 – Wege Übers Land (2007)

Bildquelle: http://www.music-head.de/images/product_images/info_images/ACKER04?12

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Bei dem Album stimmt alles. Vom Titel des Werks und den dazu gehörigen Liedtiteln, über den Namen des Labels, dem Cover, einer in Halbschatten getauchten Landschaft, bis zur letztendlich wichtigen Musik. Erinnert mich der Name Kombinat 100 an Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften aus vergangenen Tagen (Kurz „LPG“), so wird der Eindruck verstärkt, wenn man feststellt, dass das Album bei Acker Records veröffentlicht wurde. Bereit im ersten Lied „Flieg kleine Taube, Flieg!“ wird deutlich, wie der Landwirt im 21. Jahrhundert steppt. Heitere Grooves und ein lockerer 4/4 Takt, getragen von entspannten und fluffigen Melodien leiten das Werk im Houserhythmus ein. Da Monokultur nicht nur in der nachhaltigen Landwirtschaft verpönt ist, erlaubt sich auch Kombinat 100, schon bald die rein elektronischen Spielzeuge um gute, bewährte aber fast vergessene Instrumente zu erweitern. So gesellen sich alsbald Mundharmonika oder Accordion, Conga und Hammond Orgel dazu, die zeigen, welcher Spaß nach Feierabend auf dem Land herrscht. Dass sich dann auch eine Art russisch klingender Männerchorgesang zum Ende des Albums ein Stelldichein gibt und den flotten Takt energetisch unterstützt, ist angenehm überraschend, rundet aber das Gesamtbild dieser Platte angenehm ab. Mit diesem Werk zeigen die vier Herren aus Mecklenburg, dass es auch auf dem platten Land munter zugehen kann und in manch verfallenen Stall  mehr Leben und Elan zu finden ist, als in den Schluchten der Großstadt. Ideal für das große Open Air am See!

Knorkator – Das Nächste Album Aller Zeiten (2007)

Mit dem Album hat es Knorkator geschafft, mich zu überzeugen. Die hier abgelieferte Musik ist deutlich definierter und lässt das Gefühl aufkommen, das Knorkator (immerhin „Deutschlands meiste Band der Welt“!) sich gefunden haben. Poppig, rockig, folkloristisch oder klassisch – verschiedene musikalische Stile wurden bislang ausprobiert und kommen hier gezielt zum Einsatz. Jedoch überzeugte mich weniger die Musik, als vielmehr die Texte, als ich die CD auf eine Fahrt durch den Pfälzer Wald hörte. Der Opener „Alter Mann“ erfreute mich schon durch die Idee, über die Vorteile des Alterns mal nachzudenken. Konsequent zu Ende gedacht landet man natürlich dann bei dem melodiösen Song „Wir werden alle sterben“ (das Lied erklärte die Band als neue Internationalhymne), dessen Refrain eine zuckersüße Mädchenstimme absingt. Andere Texte handeln von grotesken und/oder philosophischen „Grundproblemen“ der Welt, wobei mein persönliches Highlight das Lied „Für meine Fans“ ist, in dem sich die Band mal ordentlich darüber auslässt, dass ihre Konzerte nur von „dicken Männern mit Bärten“ und „erbärmliches Proletenpack“ besucht werden, wofür sich die Band klar schämt. Also, an- und hinhören in ein wirklich abwechslungsreiches Album. Es lohnt sich 🙂

Knorkator-Portrait bei laut.de

Elbow – Dead In The Boot (2012)

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Wo kommen überhaupt heute die B-Side Stücke her, im Zeitalter der CD und MP3? Gibt es eigentlich nicht mehr. Dennoch haben Elbow mit „Dead In The Boot“ ein Album vorgelegt, dass voller B-Seiten gepackt ist. Dazu noch schöne, da sind sich die Kritiker wieder mal einig. Der Downbeat und die Lethargie werden  gelobt und BBC ist sich sicher, dass das Album nicht als Lückenbüser bis zur Veröffentlichung neuer Arbeiten angesehen werden kann. Klar ist bei einem B-Seiten Album eigentlich auch, dass die Macher versichern, dass da kein Audioabfall versammelt ist. So betont natürlich Sänger Guy Garvey „Die Band hat schon immer das B-SeitenTerrain geliebt und dies ist nun eine Sammlung unserer Favoriten. Keine unserer B-Seiten sind Album-Ausschuss. Es ist ein anderer Bereich, hauptsächlich aus der Zeit nachdem wir ein Album fertiggestellt hatten und sich alle Bandmitglieder kreativ fühlten. Das gibt “Dead in the Boot“ einen echten “Late-Night-Vibe“. Meine Schwester dachte sich den Titel aus, nachdem wir “Asleep In The Back“ veröffentlicht hatten. Manche dieser Stücke gehören zu den besten Songs, die wir je geschrieben haben. Es war uns wichtig, dass diese Sammlung ein Album in sich selbst ergibt. Manchen Fans wird es so vorkommen als gäbe es eklatante Versäumnisse, doch diese Songs sind genau in dieser Konstellation perfekt.“ (Quelle)

Tja, und was soll ich dazu sagen? Er hat Recht. Absolut! Und Alben haben doch einen Vorteil gegenüber den MP3-Dateien: Es gibt die B-Seiten.

Knorkator – Hasenchartbreaker (1999)


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Erschreckend waren sie für mich immer: Die Plattencover von Knorkator. Allein sie waren ein Grund, um die Band einen großen Bogen zu machen. Aber wie heißt es so schön: Beurteile eine Platte nicht nach ihrer Hülle. Und so brauchte ich viele Jahre, bis ich wieder mal über Knorkator stolperte und sie mir ein dickes Lachen während der Autofahrt ins Gesicht zauberten. Zugegen, es waren nicht die „Hasenchartbracker“, sondern „Das nächste Album aller Zeiten“, aber das Interesse war geweckt.

Hasenchartbreaker zeigt sich musikalisch abwechslungsreich, wobei hier vor allem die Extrempole Hardcore und Opernpop (?) bespielt werden. An der Musik lässt sich relativ leicht auch die Themenlage der Texte ausmachen. Wenn seichte Töne angeschlagen werden, möchte der Text thematisch „krassere“ Dinge beschreiben, dröhnt Hardcore aus den Boxen (und hier können sich die mit der Band befreundeten Ramstein noch eine Scheibe abschneiden), werden „sanfte“ Inhalte besungen. Schon beim Opener „Hardcore“, man kann es erraten, wird zu seichtem Piano und hoher und klarer Falsettstimme das Erlebnis eines Hardcorekonzerts zum Besten gegeben. (Witzigerweise wird tatsächlich Knorkator bei Wikipedia in einem Beitrag zum Thema Falsett aufgeführt). Härter, aber für mich deutlich lustiger, ist der nachfolgende Song „Buchstabe“, der das Erfinden eines neuen Buchstabens durch einen Philologen, der jahrzehntelang dazu geforscht hat und nun die Vorteile des Buchstabens deklariert. Leider unbeschreiblich (aber im Video nach dem Beitrag nochmal nachzuhören)! Man muss sich für das Album und insbesondere für die Texte Zeit nehmen. Auch wenn Knorkator immer wieder zu eindeutigen Worten greifen, die sonst nichts in Liedtexten zu suchen haben und es ihnen sogar gelingt, ein Lied einfach mal nur zu schreien, finde ich, dass die von mir unterschätzte Stärke der Band gerade in der Lyrik (darf man das hier sagen?) liegt. Mit dem Album unterstreichen Knorkator einmal mehr, dass sie „die meiste Band der Welt“ sind!

Kraftwerk – The Mix (1991)


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Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 25 Jahre hat „The Mix“ von Kraftwerk mittlerweile auf dem Buckel! Und tatsächlich ist es einer der CDs, die eventuell altersbedingt nicht mehr fehlerfrei in meinem CD Plyer laufen. D.h. zugleich auch, dass die Lieder von The Mix grundsätzlich noch älter sind, da sie in Gänze bereits auf vorherigen Alben zu finden waren. Witzig ist, dass es eine deutsch- und eine englischsprachige CD gibt, wobei bei der Textmenge sicher kein größerer Übersetzungsaufwand betrieben werden musste und man vielleicht sogar erwarten hätte können, dass sich die globalen Kraftwerkfreunde die wenigen Worte in ihre eigenen Sprache übersetzen 🙂 Aber für den internationalen Durchbruch, den Kraftwerk schon einige Jahre vorher feiern konnten, war das vielleicht ein richtiger Weg und irgendwie auch für die Band konsequent.

Insgesamt ist The Mix im Sound fetter, und wenn man das sagen darf, digitaler geworden, als die Vorgänger, was wohl auch daran lag, dass sich Kraftwerk von den selbstgebauten (!) Computern im Kling-Klang-Studio lösten und neue Technik einsetzten. Und auch eine Textzeile fiel der Überarbeitung zum Opfer. Aber das sollte der geneigte Hörer selbst rausfinden.

Fazit: Die CD macht auch heute noch Spaß und wirkt nicht staubig. Nur gut, dass es die Möglichkeiten der Digitalisierung gibt, die Kraftwerk selbst musikalisch ausloten. Denn so kann ich meine alte CD, die gern springt, 1:1 kopieren und mich vielleicht auch noch in weiteren 25 Jahren daran erfreuen. Übrigens empfehle ich allen Fans, sich die Übersetzung der Kraftwerksongs in Cha-Cha-Cha, Rhumba oder Merengue Rhythmen von Senior Coconut mal anzuhören 😉

Horizon Report 2016 in deutscher Sprache erschienen

Der Horizon Report ist mittlerweile eine feste Größe und läutet seit ca. 20 Jahren so etwas wie das „neue E-Learning Jahr“ ein, da in ihm insbesondere die technischen E-Learning Trends „der nächsten Runde“ aber auch Herausforderungen und Lerntechnologien forschungsbasiert prognostiziert werden.  Und seit vielen Jahren zeichnet sich Helga Bechmann vom Multimedia Kontor Hamburg für die deutschsprachige Fassung aus, die sie sehr gewissenhaft übersetzt und zuverlässig im Frühjahr liefert. Auch dieses Jahr gilt ihr daher großer Dank für diese Arbeit!

Who’s hot and who’s not? Eine im Report zu findende Grafik zeigt die Trends, Entwicklungen und Herausforderungen, die nach Ansicht der Autoren in den nächsten fünf Jahren auf die Hochschulen zukommen könnten.

Quelle: Johnson, L., Adams Becker, S., Cummins, M., Estrada, V., Freeman, A., und Hall, C. (2016). NMC Horizon Report: 2016 Higher Education Edition: Deutsche Ausgabe (Übersetzung: Helga Bechmann, Multimedia Kontor Hamburg). Austin, Texas: The New Media Consortium. http://www.mmkh.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/2016-nmc-horizon-report-he-DE.pdf, S.3, CC-BY 4.0
Quelle: Johnson, L., Adams Becker, S., Cummins, M., Estrada, V.,
Freeman, A., und Hall, C. (2016). NMC Horizon Report: 2016
Higher Education Edition: Deutsche Ausgabe (Übersetzung:
Helga Bechmann, Multimedia Kontor Hamburg). Austin, Texas:
The New Media Consortium. http://www.mmkh.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/2016-nmc-horizon-report-he-DE.pdf, S.3, CC-BY 4.0

 

Während die kurzfristigen Entwicklungen und Trends doch schon deutlichen Einzug in die Hochschullehre gehalten haben, bin ich gespannt, wie sich die  mittel- und vor allem langfristigen Prognosen bewahrheiten.

Jochen Robes vom weiterbildungsblog.de hat sich die Mühe gemacht, die Voraussagen des Horizon Reports der Jahre 2004-2011 zusammenzufassen (vgl. http://www.weiterbildungsblog.de/2011/02/08/7-jahre-horizon-report/). Ganz interessant, zu sehen, was vor einigen Jahren als the next big thing eingestuft wurde und wie es heute damit ausschaut…

Horizon Reports 2004-2011

Es bleibt also spannend, was das Lernen und Lehren mit digitalen Medien und die damit verbundenen Entwicklungen angeht…

Wer sich tiefergehend mit den Trends, Herausforderungen und technischen Entwicklungen beschäftigen möchte, kann unter folgendem Link den Report (de) kostenfrei herunterladen: http://www.mmkh.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/2016-nmc-horizon-report-he-DE.pdf

eine digitale Sammelmappe