Reinhören
Stefan Betke aka Pole überraschte erstmals mit seinem Album “CD 1“, auf welchem überdeutlich Knistern und Knacksen zu hören war, das er seinen defekten digitalen Soundfiltern entlockte, die der (mir zugetragenen) Legende nach auf Flohmärkten erstanden wurden. Damit wurde er meines Erachtens einer der radikalsten Vertreter der Click & Cuts Musik, die sich seinerzeit entwickelte. Und dann, einige CDs später und vielleicht dem Grundprinzip – warme digitale Sounds mittels technisch defekter Gerätschaften zu erzeugen -  müde, legt Pole das gleichnamige Album Pole vor und überrascht ein weiteres Mal. Gesang! Rap!?! Ein Saxophone? Und dicker Bass! Und das gleich als Opener der CD. Ja, eigentlich nichts ungewöhnliches in der Musikszene allgemein, bei Pole jedoch irritierend, meinte man doch, er hätte es sich in seinem Klickerkosmos gemütlich gemacht. Man könnte fast “Stilbruch!” rufen. Aber halt. Hört man genau hin, sind sie wieder da. Die kleinen, feinen Störungen, die Pole ausmach(t)en. Hier ein Bruch, da ein verschleppter Beat, dort eine Pause. Immer wieder diese feinen Melodien, die sich durch das Dickicht der Sounds mäandern. Und so schafft es Betke wieder mal, zu überraschen – ohne anders zu sein. Kann das Innovation sein? Ich würde sagen: Ja!

Tags: , , ,

Comments No Comments »

Das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlichte eine Studie zu Effekten des Betreuungsgelds. Diese wurde von Wissenschaftlern aus Heidelberg und Mannheim durchgeführt. Als Untersuchungsfeld diente der Freistaat Thüringen, in welchem seit 2006 das Betreuungsgeld gezahlt wird, wenn Kinder nicht in öffentlichen Einrichtungen betreut werden. Die zu Tage getretenen Effekte sind ernüchternd, wenngleich für Kritiker nicht überraschend. So senkt das Betreuungsgeld unter anderem die Frauenerwerbsquote und wirkt sich darüber hinaus nachteilig auf die frühkindliche Entwicklung aus. Durch die Einführung des Betreuungsgeldes stieg der Anteil der Kinder, die zu Hause betreut werden, um 20 % an. Nicht verwunderlich ist, dass vor allem geringqualifizierte Mütter mit niedrigem Einkommen ihre Erwerbstätigkeit einschränken und auch ältere Geschwisterkinder ebenfalls weniger in öffentliche Betreuung gehen. Ebenso sank die Erwerbstätigkeit der Väter in geringem Maße. Somit ergeben sich aus der Studie zwei negative Effekte: Zum einen haben gerade geringqualifizierte Eltern es nach der Betreuungszeit schwerer, wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Zum anderen wirkt sich die “Betreuung@home” in vielen Fällen nicht unbedingt förderlich auf die Entwicklung der Kinder aus.

Hier geht es zur Studie (englisch): http://ftp.iza.org/dp6440.pdf

 

 

 

Comments No Comments »

Das bekannte “Massachusetts Institute of Technology” (MIT) ist durch viele Dinge bekannt. Es ist eine renomierte Einrichtung und ein erfolgreicher Besuch eines Studiums mit entsprechendem Zeugnis ist fast schon ein Garant für ein erfolgreiches Berufsleben. Darüber hinaus ist das MIT auch Vorreiter in vielen Bereichen des eLearning. So bot es den freien Zugriff der Online-Kurse schon vor einger Zeit an. Nun geht es noch einen Schritt weiter und bietet mit dem online Prototyp MITx (http://mitx.mit.edu/) ein Portal, in welchem Interessierte weltweit kostenfrei Onlinekurse belegen können, die bei Bestehen auch zertifiziert werden. D.h., man bekommt ein MIT Zertifikat, welches man wunderbar seiner nächsten Bewerbungsmappe beifügen kann.

Das MIT möchte mit diesem Angebot die Barrieren für das Lernen herabsetzen.

Der erste Kurs “Circuits and Electronics” ist seit März online. Dabei handelt es sich nicht um eine “verwässtere Aufbereitung” des gleichnamigen Kurses, der am MIT auch direkt studiert werden kann. Vielmehr ist dieser Kurs für das Onlinelernen aufbereitet. Es gibt virtuelle Labore, e-Books als Literaturgrundlage, Online-Diskussionforen und Videos. Man sollte 10 Stunden Studienzeit pro Woche für diesen Kurs mitbringen, der Kurs läuft bis Juni.

 

Tags: , , ,

Comments No Comments »

Ein paar Bilder aus meiner alten Heimat Thüringen (hier aus Erfurt, Weimar, Jena und Rudolstadt). Ist doch immer wieder eine Reise wert und gerade Erfurt finde ich in der Nacht toll…

Tags: ,

Comments No Comments »

Brainfood wird ja im allgemeinen eher nichtstoffliche Nahrung in Form von Informationen genannt, die unser Gehirn “verzehren” kann. Dabei wird aber unterschlagen – “vergessen” möchte ich nicht sagen – dass unser Hirn auf bestimmte Nahrungsangebote stofflicher Form dankbar reagiert. Die richtige Nahrung hilft, Konzentrationsschwäche, Ermüdung oder schlechte Launen zu vermeiden. Und so können Mineralien und Vitamine helfen, unser Gehirn auf Trap zu halten. Gerade der Mangel an Spurenelementen wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit unseres Denkorgans aus. Auf der Seite gesund.co.at finden sich einige legale Dopingtipps für Denkarbeiter. Demnach sind die besten 15 Nahrungsmittel für unser Gehirn:

1.) Birnen

2.) Nüsse (Walnüsse, Mandeln usw.)

3.) Äpfel

4.) Knoblauch

5.) Dörrzwetschken

6.) Brokkoli

7.) Rosinen

8.) Avocados

9.) Erdbeeren

10.) Spinat

11.) Dinkel

12.) Fisch

13.) Brombeeren

14.) Hafer

15.) Soja

Na dann: bon appetit :)

Tags: , ,

Comments No Comments »

Während seit langem die Diskussion über Urheberrechte von Künstlern im Internet geführt wird und die Gema hier jüngst gegen Googles Youtube-Portal erfolgreich klagte (Punktsieg für die Gema), entwickelt sich eine weitere Diskussion um den §52a des Urheberrechts (genauer Wortlaut hier: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__52a.html), geführt von Vertretern aus der Wissenschaft und Hochschullehre. Dieser Paragraph regelt die Öffentliche Zugänglichmachung von Werken für Unterricht und Forschung und soll Ende des Jahres auslaufen. Zwar steht der Paragraph aus Sicht der Nutzer schon länger in der Kritik, wird er doch als zu einschränkend empfunden. Dies bestätigt eine Umfrage des Aktionsbündnis “Urheberreicht für Bildung und Wissenschaft”, im welchem über 90% der Befragten angaben, dass der besagte Paragraph zu restriktiv ist und die Arbeit behindert (vgl. http://www.iuwis.de/sites/default/files/Stellungnahme-an-BMJ-wegen_Evaluierung-52a.pdf, 1). Ein Wegfall jedoch könnte bedeuten, dass es nicht mehr möglich ist, Studierenden in den Hochschulen Werke aus Wissenschaft und Forschung für die eigene Arbeit kostenfrei zugänglich zu machen. Dies hätte maßgeblichen Einfluss auf die weitere Gestaltung der Lehre und dies wiederum auf die Diskussion um die Sicherung des Wissenschaftsstandortes Deutschland. “Die Lösung kann im Rahmen des bestehenden Systems des Urheberechts nur eine allgemeine privilegierte Bildungs- und Wissenschaftsklausel sein. Sie soll grundsätzlich die genehmigungsfreie Nutzung urheberrechtsgeschützter Materialien vorsehen und, solange es noch kommerzielle Angebote gibt, eine Vergütung an die Rechteinhaber sicherstellen, die die Träger der Hochschulen und Bildungseinrichtungen auch willens und in der Lage sind, zu bezahlen.” (ebd., 2 f).

Man darf gespannt sein, welche Entscheidungen hier gefällt werden und was sich bei einem für die Lehre negativen Bescheid zukünftig ändern wird.

Das Aktionsbündnis “Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft” führt eine Online-Unterschriftenliste, mit der man dieses Bündnis und seine Bestrebungen unterstützen kann. Dazu gibt es hier mehr Informationen: http://www.urheberrechtsbuendnis.de/

Tags: , , , , ,

Comments 1 Comment »

Reinhören
Schon ziemlich altes Album, aber es wird wohl Jahr für Jahr aktueller wird. Es handelt sich hierbei um die von Philip Glass komponierte Filmmusik zum ersten Film der Qatsi-Triologie von Godfrey Reggio. Im Film wird der Eingriff des Menschen in die Natur thematisiert. So ist auch der Filmtitel programmatisch gewählt, bedeutet der in der Sprache der Hopi-Indianer soviel wie “Leben im Ungleichgewicht”. Und die Musik schmiegt sich an die Bilder, so dass es fast den Anscheint hat, erst hätte Philip Glass seine Komposition geliefert, damit Godfrey Reggio seinen Film dazu machen kann. Die Intensität, die sich während des Albums/Films aufbaut, ist atemberaubend – und dass im wortwörtlichen Sinne, wie ich aus eigener Erfahrung im Kino sagen darf. Philip Glass baut hier aus dem Nichts und der Harmonie eine Dramatik auf, die ihresgleichen sucht (und ich sie in der Filmmusik von Magnolia hin und wieder ebenfalls entdecke). “Es gibt nicht viele Soundtracks, die man wirklich gehört haben muss, aber dieser ist definitiv einer der wichtigsten des 20. Jahrhunderts; es gibt nicht viele Werke der Minimal Music, die ich jedem vorbehaltlos an Herz (oder ins Ohr) legen würde, Philip Glass’ “Koyaanisqatsi” ist mit Sicherheit eines dieser ganz raren Werke, die alle Musikhörer faszinieren können: schlichtweg unverzichtbar…” (http://schallplattenmann.de/a118359-Philip-Glass-Koyaanisqatsi.htm)

Aber neben der ausgezeichneten Musik gilt es, den Film an dieser Stelle zu würdigen und jedem, der ihn noch nicht sah, soll empfohlen werden, dies nachzuholen. Am Besten in einem Kino mit ausgezeichneter Musikanlage. Immerhin wurde der Film von dem Filmwissenschaftler James Monaco zu einem der fünf wichtigsten Filme der Gegenwart erklärt.

Also auf ins Kino/Videothek…!

Wikipedia mit weiteren Informationen

Das Album auf der Webseite von Philip Glass: http://www.philipglass.com/music/recordings/Koyaanisqatsi-09.php

Tags: , , ,

Comments No Comments »

Hörprobe

Leider konnte ich sie nie erleben, aber ihre Konzerte waren wohl die der besonderen Art und konnten den Legenden nach durchaus mal einen Tag dauern. Das Live-Album von 93 zieht ein Zwischenfazit in der Arbeit von The Orb und ist aus Konzerten von Copenhagen, Tokyo und London zusammengeschnitten. Die Songs verlieren viel von ihrer ursprünglichen Art und gewinnen zugleich dank der teilweise sehr ausgiebigen Liveinterpretationen ein neues Gesicht. So werden Fernsehmitschnitte gespielt und die Musik bekommt fast schon Hörbuchcharakter. The Orb bedienen sich in den hier vorliegenden Klanginstallationen nicht nur ihrer Rechner, sondern haben sich einiges an Gästen auf die Bühne geholt, wie z.B. den Drummer von Mike Oldfield. Eine schöne Begleitmusik zum Dösen, Chillen und für regenverhangene Sonntage :-)

Indiepedia zu The Orb

Tags: , ,

Comments 2 Comments »

Hörprobe

Die ewig Zweiten,

so meinen zumindest die Kritiker in den verschiedenen Foren und Webseiten, wenn sie sich den Editors und ihrem Erstling “The Back Room” widmen. Und ja, irgendie schwimmen sie ja mit, auf dieser schönen Retro-Joy-Division-Welle, die schon einige andere an Land gespült hat. Bekannteste Vertreter sind wohl Interpol, aber sind nicht die schon Zweiter gewesen? Und was macht es, Zweiter oder Dritter oder…  in einem Wettkampf um das Schöne und Edle zu sein?

Die Editors greifen mit dem Album schlicht und einfach das Erbe von Ian Curtis auf und machen alles richtig. Sonore Stimme, introvertierte Texte, ein ausgezeichneter Basslauf, verheulte Gitarren und Ruhe, Deepness, Melancholie und Wärme. Nur, sie waren nicht die Ersten. Ich kann es ihnen verzeihen und freu mich darauf, einen erfolgreichen Zweiten in den CD Player legen zu können.

 

Offizielle Webseite: http://www.editorsofficial.com/

Tags: , , ,

Comments 6 Comments »

This post is password protected. To view it please enter your password below:


Comments Enter your password to view comments.